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Autor: Daniel Maurat / 14. Oktober 2012, 14:25 Uhr

ESA baut Service-Modul für Orion-Testflug

Am Rande des zurzeit in Neapel stattfindenden Internationalen Astronautik-Konferenz hat der Generaldirektor der ESA, Jean-Jacques Dordain, bestätigt, dass die ESA das Service-Modul des neuen US-Raumschiffs Orion für den ersten Flug mit dem SLS im Jahr 2017 bereitstellen will.

Quelle: ESA, NASA, BBC News, Raumfahrer.net
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NASA

Bild vergrößernSo könnte das Orion-Raumschiff mit einem in Europa entwickelten SM im Mondorbit aussehen. Künstlerische Darstellung
(Bild: NASA)
Damit bestätigte Dordain Spekulationen, welche seit einem Jahr durch die Raumfahrt-Gemeinschaft geistern (Raumfahrer.net berichtete). Das Service-Modul wird dabei im Austausch für die Nutzung der ISS bis 2020 durch die ESA geliefert, sofern sich die Mitgliedsstaaten der ESA demnächst entsprechend festlegen.

Dabei soll das Service-Modul auf dem des europäischen Transportraumschiffes ATV basieren, welches bisher drei Mal zur ISS geflogen ist und in den nächsten zwei Jahren noch zwei weitere Male die ISS mit Nachschub versorgen soll. Es wird dabei die Avionik des Raumschiffes beinhalten sowie Solarzellenausleger für die Energieversorgung, die Wärmekontrolle des Raumschiffs, Konsumgüter wie etwa Wasser, Luft und Raketentreibstoff sowie den Antrieb an sich. Dieser soll von Europa entwickelt werden, wobei man sich höchstwahrscheinlich dem Aestus-Triebwerk der EPS-Oberstufe der Ariane 5 bedienen wird. Dieses war schon vorher neben dem AJ-10-Triebwerk, welches im Space Shuttle, bei den Apollo-Raumschiffen oder der Zweitstufe der Delta II Verwendung fand, ein Kandidat für das Raumschifftriebwerk.

NASA, Youtube

Bild vergrößernWenn es nach Lockheed Martin geht, könnte so ein ESA-Habitatmodul mit dem Orion-Raumschiff bei einem Asteroiden aussehen.
(Bild: NASA, Youtube)
Diese Vereinbarung gilt aber nur für den ersten unbemannten Testflugs des gesamten Orion-Systems mit der neuen US-amerikanischen Schwerlastrakete SLS, welcher zurzeit für 2017 geplant ist. Davor soll im Jahr 2014 ein erster Testflug mit einer unbemannten Orion-Kapsel auf einer Delta IV Heavy stattfinden, bei der vor allem der Wiedereintritt und das Startabbruchsystem LAS im Blickfeld der Ingenieure stehen. Ein zweiter Flug im Jahr 2019 soll schon bemannt sein und in einen Orbit um den Mond fliegen. Dies wäre ein ähnliches Flugprofil wie bei der Mission Apollo 8 im Dezember 1968 und das erste Mal, dass Menschen so nahe am Mond sein werden seit Apollo 17, der letzten Mondlandung im Dezember 1972. Die ESA kann sich aber auch vorstellen, dass sie diese Mission und darüber hinaus mit ihrem Service-Modul und vielleicht sogar mit eigenen Astronauten unterstützen wird.

Doch diese Entwicklung hat nicht nur Freunde. Der Luft- und Raumfahrtkonzern Lockheed Martin, welcher das Orion-Raumschiff entwickelt und baut, sieht sich seiner Kompetenzen beraubt, da man nicht selbst das Service-Modul bauen soll, sondern die Europäer. Deshalb haben sie in Neapel bei einer Präsentation vorgeschlagen, dass die ESA statt des Service-Moduls ein Habitat-Modul basierend auf dem ATV und dem Columbus-Modul beisteuert. Die ESA aber plant zurzeit nicht damit.

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