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Autor: Klaus Donath / 20. April 2011, 17:48 Uhr

Shuttle-Programm geht in die vorletzte Runde: STS 134

Gestern bestätigte das NASA-Management im Zuge des Flight Readiness Reviews den Starttermin am 29. April. Während der mindestens 14-tägigen Mission STS 134 wird die Endeavour den tonnenschweren Teilchendetektor AMS 02 zur Internationalen Raumstation transportieren, von dem man sich zahlreiche wissenschaftliche Ergebnisse erhofft auf der Suche nach Dunkler Materie und mehr.

Quelle: NASA
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NASA

Space Shuttle Endeavour am Startpad 39A des Kennedy Space Centers
(Bild: NASA)
Ursprünglich für den Start im Spätsommer 2010 vorgesehen, soll die Endeavour die Mission STS 134 nächste Woche Freitag beginnen können. Aufgrund der Laufzeitverlängerung der ISS bis mindestens 2020 musste das milliardenteure Spektrometer kurzfristig überarbeitet werden. Dabei wurde der mit flüssigem Helium gekühlte supraleitende Magnet des Spektrometers gegen einen normalen Magneten ausgetauscht, um einen Betrieb des AMS 02 für bis zu 18 Jahre zu ermöglichen. Der supraleitende Magnet hätte nur etwa drei Jahre überstanden. Zwar bedeutet der Verzicht auf den gekühlten Magneten auch eine Einschränkung bezüglich der Messpräzision, diese Einbuße lässt sich aber durch empfindlichere Detektoren und die längere Messdauer wieder kompensieren.

Zudem bringt das Shuttle den EXPRESS Logistics Carrier 3 zur Raumstation auf dessen Gitterstruktur sich mehrere Ersatzteile befinden, um die Raumstation nach Ende des Shuttle Programmes ausreichend versorgt zu hinterlassen. Kurz vor Abreise wird die Crew der Endeavour noch die Roboterarmverlängerung OBSS der Station übergeben. Das Orbiter Boom Sensor System wurde nach dem Columbia-Unglück entwickelt, um das Hitzeschild im Orbit auch an der Unterseite untersuchen zu können. Der ursprüngliche Arm hatte dafür nicht genug Freiheitsgrade und keine ausreichende Länge. Jetzt, wo sich das Shuttle-Programm dem Ende neigt, wird der Arm nicht weiter benötigt und soll ebenfalls als Verlängerung an Bord der ISS für zukünftige Außenbordeinsätze unterstützend zur Verfügung stehen.

NASA

Das Alpha-Magnet-Spektrometer AMS 02 kurz bevor es in das Space Shuttle verladen wurde.
(Bild: NASA)
Eine weitere Seltenheit stellen die 4 Außenbordeinsätze in nur einer Mission dar, denn es wird ein neues Verfahren bei zwei dieser Einsätze angewandt werden, um der sogenannten Taucherkrankheit vorzubeugen. Im Inneren der Raumanzüge herrscht zugunsten einer größeren Bewegungsfreiheit im luftleeren Raum ein geringerer Druck. Bisher mussten Astronauten die Nacht vor ihrem Weltraumausstieg in der Luftschleuse bei vermindertem Druck verbringen, um den Stickstoff-Gehalt im Blut zu senken. Aus Zeitgründen wird nun erstmals die Insuit Light Exercise angewandt. Dabei atmen die Astronauten direkt nach dem Anlegen ihrer Anzüge reinen Sauerstoff und müssen dabei leichten Sport treiben, um den Puls zu erhöhen. Dadurch lässt sich der Stickstoff relativ schnell im Körper verringern.

Wer beim Start genau hinschaut, entdeckt zudem erstmals ein Logo auf dem orangen Treibstofftank, welches die Geschichte des Tanks symbolisieren soll. Gefertigt kurz nach der Jahrtausendwende hat er eine längere Geschichte hinter sich und wurde beim berüchtigten Hurricane Katrina beschädigt, wieder instand gesetzt und grundlegend modifiziert. Da der Tank nicht die allerneusten Verbesserungen der jüngeren Vergangenheit enthält, welche das Abplatzen von Schaumstoff verhindern sollen, rechnet die NASA mit einigen Abplatzungen im späteren Flugverlauf. Simulationen haben ergeben, dass keine Beschädigungen des Orbiters zu erwarten sind, die 2003 zum Verlust der Columbia führten.

Kommandant der Besatzung ist NASA-Astronaut Mark Kelly, dessen Frau, die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, im Januar dieses Jahres bei einem Amoklauf lebensgefährlich am Kopf verletzt worden ist. Bis zuletzt war seine Teilnahme daher ungewiss. Durch die schnelle Verbesserung ihres Gesundheitszustandes entschied sich der erfahrene Astronaut Kelly schließlich dafür, die Mission zu leiten. Neben ihm fliegen fünf weitere Astronauten zur ISS, Pilot Gregory H. Johnson und die Missionsspezialisten Michael Fincke, Greg Chamitoff, Andrew Feustel sowie der ESA-Astronaut Roberto Vittori. Damit besteht die Crew dieser anspruchsvollen Mission nur aus Astronauten mit Weltraumerfahrung.

Der Start ist für den 29. April um 21:47 Uhr MESZ geplant. Da die Startzeiten immer von der aktuellen Position der ISS abhängen, ist es wahrscheinlich, dass dies der letzte Start eines Shuttles zu einer für europäische Verhältnisse humanen Uhrzeit stattfindet. Übertragen wird der Start von NASA TV sowie auch in Deutsch bei spacelivecast.de.

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