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Autor: Günther Glatzel / 20. April 2013, 12:59 Uhr

Erster Außenbordeinsatz 2013 absolviert

Der erste Ausstieg des Jahres zu Außenbordarbeiten an der ISS fand von gestern Nachmittag bis in die späten Abendstunden statt.

Quelle: Roskosmos, NASA, Raumcon
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NASA-TV

Kosmonaut bei Arbeiten zur Installation einer Sensoranordnung an der Außenhaut des ISS-Moduls Swesda
(Bild: NASA-TV)
Ausgeführt wurde er von Pawel Winogradow und Roman Romanjenko, die gegen 16.03 Uhr MESZ die Luke des Ausstiegsmoduls Pirs öffneten und mit den Arbeiten begannen. Diese bestanden in der Installation eines neuen Experimentequipments, dem Austausch eines defekten Laser-Reflektors sowie in der Bergung mehrerer Proben biologischer bzw. materialwissenschaftlicher Forschungen.

Zunächst widmete man sich der Installation zweier Sensoranordnungen des Experiments Obstanowka (Обстановка, zu deutsch: Situation). Diese sollen Daten über Dichte und Temperatur des Plasmas in der Umgebung der Raumstation sammeln und via Datenleitungen ins Innere der Station übermitteln. Obstanowka läuft mit vorhandener Hardware aber bereits seit mehreren Jahren und untersucht generell die Wechselwirkungen zwischen Sonneneinstrahlung und Ionosphäre der Erde, aber auch Auswirkungen von irdischen Ereignissen wie Naturkatastrophen auf Magnetosphäre, Ionosphäre und Atmosphäre.

Zwischenzeitlich insprizierten Winogradow und Romanjenko einen beschädigten Laserreflektor, fotografierten und demontierten ihn anschließend. Danach wurde ein neuer Reflektor montiert. Der Reflektor dient zur genauen Entfernungs- und Geschwindigkeitsbestimmung anfliegender Automated Transfer Vehicles (ATV) der europäischen Weltraumagentur ESA. Der Start des vierten ATV, das den Namen "Albert Einstein" trägt, ist für den 5. Juni 2013 geplant. Zehn Tage später soll das Raumschiff am Heck der Station ankoppeln.

Die dritte Aufgabe der beiden Raumfahrer bestand darin, einen Container des Experiments Biorisk (Биориск, zu deutsch: biologisches Risiko) zu demontieren und in die Luftschleuse zu bringen. In diesem Container befinden sich verschiedene biologische Proben wie Bakterien, Pilze oder Gewebezellen, deren Widerstandsfähigkeit im All untersucht wird. Sie werden für nähere Untersuchungen zur Erde zurück transportiert.

Zuletzt sollte noch eine Palette des Experiments Wuinosliwost (Выносливость, zu deutsch: Ausdauer) von der Außenseite des Moduls Poisk geborgen werden. Nach der Demontage entglitt sie allerdings den Händen von Pawel Winogradow und flog davon. Eine zweite derartige Palette verbleibt noch im All und soll zu einem späteren Zeitpunkt zur Erde zurück gebracht werden. Das Experiment wurde im vergangenen Jahr installiert und enthält verschiedene Metallproben. Untersuchungsziel ist es, herauszufinden, wie lange verschiedene metallische Werkstoffe den harschen Bedingungen des Weltalls, also dem ständigen Wechsel der Temperaturen in Sonne und Schatten um etwa 250 Grad sowie der kosmischen Strahlung und den Ionen der umgebenden dünnen Hochatmosphäre sowie Mikrometeoriten widerstehen und inwiefern sie sich daher für den Bau von künftigen Raumfahrzeugen eignen.

Der Außenbordeinsatz endete gegen 22.40 Uhr MESZ mit dem Schließen der Außenluke von Pirs. Für Winogradow, der mit 59 Jahren der bisher älteste Außenarbeiter ist, war dies der siebente Ausstieg, für Romanjenko der erste. In diesem Jahr sollen noch 7 bis 9 weitere Ausstiege stattfinden. Einige dienen den Vorbereitungen für das Abkoppeln der alten Luftschleuse Pirs vom zur Erde zeigenden Kopplungsstutzen an Swesda. Hier soll kurz danach das neue Wissenschaftsmodul Naúka ankoppeln. Damit wäre der Aufbau der Internationalen Raumstation nach Planungen aus dem Jahre 2006 abgeschlossen. Sowohl NASA (BEAM) als auch Roskosmos (UM, NEM 1) wollen die Station aber noch erweitern, nachdem deren Betrieb bis mindestens 2020 als sicher erscheint.

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