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Autor: Axel Orth / 22. Juni 2008, 16:17 Uhr

50.000 Dollar für Gravitationstraktor-Studie

Einer der interessantesten Vorschläge zur Abwendung eines Asteroideneinschlags auf der Erde soll nun mit einer konkreten Studie untersucht werden.

Quelle: Space.com
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Unter den vielen Ideen, was man gegen einen Asteroideneinschlag auf der Erde tun könnte, scheint der Gravitationstraktor die genialste, weil einfachste Idee: Man postiere einfach ein unbemanntes Raumschiff dicht neben den Asteroiden - und tue weiter nichts, außer das Raumschiff stets in einer gewissen Entfernung von dem Asteroiden zu halten. Dies tue man allerdings Jahrzehnte lang. Da nämlich nicht nur der große Asteroid das kleine Raumschiff mit seiner Gravitationskraft anzieht, sondern auch das Raumschiff den Asteroiden, genügt diese winzige Ablenkung des Asteroiden von seinem ursprünglichen Kurs, um ihn die Erde verfehlen zu lassen. Voraussetzung ist natürlich, dass der Asteroid möglichst schon Jahrzehnte oder Jahrhunderte vor der Kollision entdeckt wird.

Bisher war dies nur eine Idee unter vielen. Doch nun soll ein Team aus Experten vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) und dem California Institute of Techology (Caltech) die Machbarkeit eines Asteroiden-Gravitationstraktors detailliert untersuchen. Besonders interessant dürfte sein, wie lange eine solche Mission mindestens dauern muss, wie viel Treibstoff dafür gebraucht wird und wie weit sich ein Raumschiff einem wahrscheinlich rotierenden, unregelmäßig geformtem Asteroiden nähern kann. Klar ist: Je näher sich das Raumschiff am Asteroiden hält, desto kürzer kann die Mission ausfallen; desto öfter muss es aber auch den Abstand korrigieren und desto mehr Treibstoff benötigt es - wobei der Treibstoff ja wiederum auch zur Masse des Raumschiffs und damit zur Ablenkung des Asteroiden beiträgt.

Dan Durda/IAAA

Künstlerische Darstellung eines Gravitationstraktor-Raumschiffs neben einem Asteroiden
(Illustration: Dan Durda/IAAA)

Finanziert wird die Studie mit 50.000 Dollar von der "B 612 Foundation", die von dem ehemaligen Apollo-Astronauten Rusty Schweickart gegründet wurde und sich zum Ziel gesetzt hat, die Ablenkung eines Asteroiden mit erdnaher Sonnenumlaufbahn zu erproben. Weitere Details sollen auf einem internationalen Astronomentreffen Mitte Juli in Baltimore bekannt gegeben werden.

Weitere Informationen:

B 612 Foundation (engl.)
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