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Autor: Thomas Weyrauch / 25. Mai 2016, 12:26 Uhr

Galileo-Aufbau: Sojus-Flug VS15 erfolgreich

Der Aufbau des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo geht weiter. Am 24. Mai 2016 brachte die Sojus-Rakete mit der Flugnummer VS15 von Kourou in Französisch-Guayana aus das Satellitenpaar "Alizeé" und "Danielè" für die Galileo-Navigationssatellitenkonstellation ins All.

Quelle: Arianespace, CNES, DLR, ESA, OHB
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ESA/CNES/Arianespace/CSG

Bild vergrößernSojus VS15 auf der Startrampe ....
ESA/CNES/Arianespace/CSG

Bild vergrößern... und nach dem Abheben
(Bilder: ESA/CNES/Arianespace/CSG)
Zusammen mit den zuvor gestarteten Navigationssatelliten und den jetzt in den Weltraum beförderten Raumfahrzeugen mit einer Startmasse von jeweils rund 715 Kilogramm befinden sich nun 14 Satelliten für das Betriebsnetz von Galileo auf Umlaufbahnen um die Erde. Um den Aufbau des Betriebsnetzes kümmert sich die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA) im Auftrag der Europäischen Kommission (European Commission, EC).

Eine unter der Ägide von Arianespace betriebene Rakete vom Typ Sojus 2.1b aus Russland war es, die um 10:48 Uhr MESZ und 43 Sekunden (5:48 Uhr und 43 Sekunden Ortszeit) vom Startzentrum in Kourou in Französisch-Guayana mit den beiden neuen Navigationssatelliten an der Spitze abhob.

Die von der Rakete transportierte Gesamtnutzlast betrug nach Angaben von Arianespace 1.599 Kilogramm. Zur Nutzlast zählt auch der sogenannte Dispenser, eine Struktur, an der die Satelliten montiert sind, und von der die Satelliten nach Erreichen der Zielbahn abgestoßen werden.

ESA/CNES/Arianespace/CSG

Bild vergrößernDispenser bei Passtests
ESA/CNES/Arianespace/CSG

Bild vergrößernSatelliten am Dispenser auf Fregat-Oberstufe vor Verschließen der Nutzlastverkleidung
(Bilder: ESA/CNES/Arianespace/CSG)
Sämtliche Stufen der Rakete arbeiteten wie vorgesehen. 3 Stunden und 48 Minuten nach dem Start setzte die russische Raketenoberstufe vom Typ Fregat die beiden Navigationssatelliten FOC FM10 ("Danielè") und FOC FM11 ("Alizeé") in rund 23.600 Kilometern Höhe über der Erde aus. Die Satelliten mit einer Auslegungsbetriebsdauer von zwölf Jahren werden die Erde künftig in der Bahnebene A der Galileo-Satelllitenkonstellation umkreisen. Die Orbits der Satelliten sind rund 57 Grad gegen die Erdäquator geneigt.

Nach Angaben des Herstellers der Satelliten durchliefen sie erfolgreich ihre Initialisierung nach dem Aussetzen, richteten sich wie vorgesehen zur Sonne aus und ermöglichten stabile Funkverbindungen. Ersten von den Satelliten empfangenen Telemetriedaten war zu entnehmen, dass sie ihre Solarzellenausleger erfolgreich entfalten konnten. Jeder der Satelliten ist mit zwei Solarzellenauslegern ausgestattet. Jeder dieser Ausleger hat eine Fläche von etwa einem auf fünf Meter.

Gebaut wurden die Satelliten von der OHB-System AG mit Sitz in Bremen. Das Unternehmen war Anfang 2010 als Hauptauftragnehmer für den Bau von zunächst 14 der von der Europäischen Union finanzierten Navigationssatelliten ausgewählt worden.

Zusammen mit dem britischen Unternehmen Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) hatte OHB-System an einem Bieterverfahren teilgenommen und Satelliten mit einem von OHB-System entwickelten und gebauten Satellitenbus, der mit einer von SSTL konstruierten Navigationsnutzlast ausgestattet ist, vorgeschlagen.

T. Weyrauch

Bild vergrößern
T. Weyrauch

Bild vergrößernim ESOC-Hauptkontrollraum
(Bilder: T. Weyrauch)
Gesteuert und überwacht werden die gerade gestarteten Satelliten von der ESA zusammen mit der französischen Weltraumagentur (Centre national d'études spatiales, CNES) vom europäischen Satellitenkontrollzentrum (European Space Operations Center, ESOC) in Darmstadt aus. Gemeinsame Arbeitsgruppen haben bei den vergangenen Starts von Galileo-Satelliten abwechselnd in Darmstadt und in Toulouse gearbeitet.

Bewährter Weise ist jedem für eine bestimmte Tätigkeit eingesetzten Kollegen des ESOC aus Darmstadt ein entsprechend qualifizierter Mitarbeiter vom CNES-Kontrollzentrum Toulouse zugeordnet. Sie werden in Darmstadt zusammen insgesamt neun Tage rund um die Uhr in einem Drei-Schicht-System arbeiten.

Nach den ersten grundlegenden Inbetriebnahmearbeiten wird Spaceopal, ein Gemeinschaftsunternehmen von Telespazio und der Gesellschaft für Raumfahrtanwendungen (GfR) mbH, einer Tochter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Kontrolle der Satelliten mit Stationen in Oberpfaffenhofen und dem italienischen Fucino übernehmen. Die Navigationsnutzlasten der beiden Satelliten wird man von Oberpfaffenhofen aus aktivieren und testen.

ESA / P. Carril

Bild vergrößernGalileo-Satellit im All - Illustration
(Bild: ESA / P. Carril)
Erste von Galileo zur Verfügung gestellte Dienste wollten die Betreiber des Navigationssatellitensystems älteren Planungen zufolge schon 2008 anbieten. Allerdings begann das Bieterverfahren für die Satelliten für das endgültige Betriebsnetz erst im September 2008. Zu diesem Zeitpunkt rechnete man mit einer vollen Einsatzbereitschaft des europäischen Navigationssatellitensystems im Jahr 2016.

Nach dem Start des zweiten Satellitenpaars für die Galileo-Testkonstellation (In-Orbit Validation, IOV) dachte man, dass es möglich sein sollte, ab Ende 2014 mit Hilfe von dann 18 in der Galileo-Konstellation eingebundenen Satelliten erste Navigationsdienste für die Allgemeinheit verfügbar zu machen. Die Vervollständigung des Weltraumsegments von Galileo erwartete man seinerzeit für das Jahr 2018.

Aktuell wird erwartet, dass 2020 die volle Einsatzkapazität (Full Operational Capability, FOC) von Galileo endgültig erreicht wird. Dann sollen sich 30 Satelliten des Systems im All befinden.

Um die fehlenden Satelliten rechtzeitig in den Weltraum transportieren zu können, will die ESA künftig auch auf leistungsfähige Ariane-5-Raketen zurückgreifen. Ein erster entsprechender Start mit vier Satelliten an Bord - auf einer Sojus-Rakete können nur zwei der Navigationssatelliten untergebracht werden - ist derzeit für November 2016 vorgesehen.

Für die jetzt gestarteten Satelliten und die Fregat-Oberstufe wurden die NORAD-Nummern 41.549 bis 41.551 und die COSPAR-Bezeichnungen 2016-030A bis 2016-030C vergeben.

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