13.06.2003 / Autor: Lutz Growalt Raumfahrt > Raumsonden

Auftragsvergabe für den Europa-Orbiter

DENVER, Co. Das Jet Propulsion Laboratory der NASA vergab am 10. Juni 2003 einen Entwicklungsvertrag für eine Konzeptstudie einer planetaren Forschungsmisison zum Jupitermond Europa unter der Bezeichnung JIMO ("Jupiter Icy Moon Orbiter").



Die Sonde ist in mehreren Jahren vielleicht auf dem Weg zum Jupitermond Europa.
(Bild: NASA)
Der Vertrag mit einem Volumen von sechs Millionen US-Dollar wurde im Rahmen des neugeschaffenen Prometheus-Projekts der NASA an den Technologiekonzern Lockheed Martin vergeben. Projekt Prometheus ist eine Initiative der NASA zur Entwicklung fortgeschrittener Antriebskonzepte (nuklear, solar-elektrisch) zur friedlichen Erforschung des Weltalls.
 
Ziel der vergebenen Studie ist die Untersuchung der Eignung verschiedener Antriebskonzepte, darunter nuklar- und solarelektrische Antriebe, für eine Orbiter-Forschungsmission zum eisigen Jupitermond.
 
An die Auswahl einer geeigneten Antriebsmethode soll sich eine Konzeptstudie anschließen, die einen konkreten Entwicklungsplan für die JIMO-Mission beinhaltet. Nach Planungen der NASA soll im August 2004 ein privatwirtschaftlicher Generalunternehmer für Entwicklung, Start und Betrieb des Raumfahrzeugs ausgewählt werden.
 
Die für JIMO infrage kommende wissenschaftliche Instrumentierung soll durch eine NASA-Ausschreibung, an der interessierte Universitäten und Forschungseinrichtungen teilnehmen können, zusammengestellt werden.
 


Der Europa-Orbiter an dem interessanten gleichnamigen Jupitermond.
(Bild: NASA)
Als wahrscheinliche Kandidaten für die wissenschaftliche Nutzlast des JIMO gelten derzeit eine Radaranalge zur Messung der Dicke der Eiskruste des Jupitermondes sowie ein Laser-Höhenmessung zur Untersuchung des Reliefs der Oberflächenkruste mit einer Meßgenauigkeit im Zentimeterbereich.
 
Als wahrscheinliche, weitere Ausstattung des Orbiters gelten derzeit eine Kamera, ein abbildendes Infrarotinstrument, ein Magnetometer und Instrumente zur Untersuchung der geladenen Partikel und des Staubs in der unmittelbaren Umgebung von Europa.
 
Um hinreichend Zeit für Entwicklung und die erforderlichen Testprogramme zur Verfügung zu stellen, gehen die derzeitigen Planungen von einem Starttermin des JIMO nicht vor dem Jahr 2011 aus.
 
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