Atlantis-Countdown hat begonnen

Nach dem Schließen der Ladebucht gegen 21:30 Uhr MESZ hat um 22:01 Uhr der Countdown für die Mission STS 125 zum Hubble Space Telescope begonnen. Reichlich eine Stunde später sind auch die Astronauten am Kennedy Space Center eingetroffen.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: NASA, Raumcon.

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Ein Blick in die Ladebucht der Atlantis zeigt deren komplexe Ladung.
(Bild: NASA)

Dieser startet wie gewohnt zum Zeitpunkt T-43 Stunden. Zusammen mit den vorgesehenen Haltepunkten ergibt sich als Starttermin der 11. Mai, 20:01 Uhr MESZ. Der Wetterbericht sieht bisher gut aus, die Wahrscheinlichkeit, dass man den Countdown abbrechen muss, liegt bei nur 20%.

In der zweiten Vorbereitungsphase traten nur wenige Probleme auf. Zum einen wurde die Kamera ausgewechselt, die während des Starts Aufnahmen vom externen Tank anfertigt, da sie zuvor Probleme bereitet hatte. Außerdem fiel am 23. April bei Montagearbeiten eine Nuss von einem Drehmomentschlüssel auf den linken Radiator der Atlantis. Daraufhin wurde eine Reparatur erforderlich, da ein kleiner Riss erkennbar war.

Die Arbeiten konnten aber schneller abgeschlossen werden, so dass man am 1. Mai den Starttermin auf den 11. festlegte, einen Tag früher als ursprünglich geplant. Dadurch will man einen Tag für die Vorbereitungen der Nachfolgemission STS 127 gewinnen. Gegenwärtig steht die dafür vorgesehene Raumfähre Endeavour für eine eventuelle Rettungsmission startbereit auf Pad 37B. Auch ihr Countdown wird anlaufen, aber bei L-3 Tage angehalten. Im Notfall könnte sie also innerhalb von 72 Stunden aufbrechen. Diese Maßnahme ist notwendig, da die Atlantis, deren Ziel ja das Hubble Space Telescope ist, nicht an der Internationalen Raumstation ankoppeln kann.

Das Hubble Space Telescope umläuft die Erde gegenwärtig in einer Höhe zwischen 563 und 568 Kilometern bei einer Bahnneigung von 28,47 Grad. Weder das Teleskop noch die Raumfähre sind daher von Europa aus zu beobachten.

Die siebenköpfige Besatzung der Atlantis, bestehend aus dem Kommandanten Scott Altman, dem Piloten Gregory Johnson und den Missionsspezialisten John Grunsfeld, Michael Massimino, Andrew Feustel, Michael Good sowie Megan McArthur, soll das seit 1990 im Einsatz befindliche Weltraumteleskop Hubble zum vierten und letzten Mal warten, reparieren und aufrüsten. Dazu sind für den 11-tägigen Flug fünf Außenbordeinsätze geplant. Zuvor muss das Teleskop angesteuert und eingefangen werden.

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Das Hubble Space Telescope.
(Bild: NASA)

Die Nutzlast der Atlantis umfasst die neue Wide Field Camera 3, den ebenfalls neuen Cosmic Origins Spectrograph, Ersatzteile zur Reparatur der defekten Advanced Camera for Surveys und des ebenfalls nicht einsatzfähigen Space Telescope Imaging Spectrograph, ein Satz neue Batterien, neue Gyroskope zur Lageregelung, eine Thermalverkleidung, die neue Steuerung Control Unit/Science Data Formatter (CUSDF) und der Soft Capture Mechanism, der es ermöglichen soll, in mehreren Jahren eine spezielle Antriebseinheit anzudocken, mit der Hubble zum Abschluss seiner Mission abgebremst und gezielt zum Absturz gebracht werden soll. Zum Transport sind die Nutzlasten auf vier verschiedenen Gestellen befestigt: einem Flight Support System, einem Super Lightweight Interchangeable Carrier (SLIC), einem Multi-Use Lightweight Equipment Carrier (MULE) und einem Orbital Replacement Unit Carrier (ORUC).

Raumcon:

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