Außergewöhnliche Farbaufnahme von Saturn

Eine herrliche Aufnahme der Raumsonde Cassini zeigt den Saturnmond Mimas, vor der kalten, blau gestreiften nördlichen Hemisphäre Saturns.

Ein Beitrag von Roger Spinner. Quelle: JPL/NASA.

Cassini machte diese außergewöhnliche Farb-Aufnahme von Saturns Mond Mimas in Richtung der Ringe des gigantischen Planeten. Saturns Ringe werfen in einem großen Bogen ihre zarten Schatten auf die Oberfläche Saturns. Auf der linken Bildseite gehen diese Schatten nahtlos in die dunkle Nachtseite des Planeten über.

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Saturns nördliche Hemisphäre mit Mimas , aufgenommen von Cassini am 07. November 2004.

(Foto: NASA/JPL/Space Science Institute)

Mehrere Fotos, gemacht mit Rot-, Grün- und Blaufiltern, wurden kombiniert, um diese Farbaufnahme zu erstellen. Die Fotos entstanden am 07. November 2004 und wurden mit Cassinis Narrow Angle Camera aus einer Distanz von 3,7 Millionen Kilometern aufgenommen. Die Auflösung beträgt 22 km pro Pixel.
Das helle Band unmittelbar neben Mimas entsteht durch einfallendes Sonnenlicht, welches durch die Cassinische Teilung, der mit etwa 4800 km Durchmesser größten Lücke zwischen den einzelnen Ringen, dringt. Der rechte Teil dieses Bandes ist etwas überbelichtet und erscheint daher in einem hellen Weiß. Innerhalb dieses Bandes sind die Schatten einiger kleinerer Ringe innerhalb der Cassinischen Teilung zu sehen. Das dunkle Band, das sich quer über das Zentrum der Aufnahme erstreckt, ist der Schatten des dichtesten Ringes von Saturn, dem so genannten B-Ring. Der Teil der Saturn Atmosphäre, den man hier sehen kann, erscheint dunkler und blauer als die warme, braun- und goldfarbene südliche Hemisphäre, die Cassini in früheren Vorbeiflügen fotografiert hat.

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Diese Voyager Kompositaufnahme des Ringsystems entstand am 17. August 1981 aus einer Distanz von 8,9 Millionen Kilometern.

(Foto: JPL/NASA)

Im Vordergrund, an der Unterseite der Aufnahme, erscheint ein Teil der tatsächlichen Cassinischen Teilung, zusammen mit dem A-Ring und dem schmalen äußeren F-Ring. Der A-Ring ist derart transparent, dass von diesem Betrachtungswinkel aus gesehen die Atmosphäre und die Schatten, die durch den inneren C-Ring geworfen werden, sichtbar sind.

Die Haupt-Ringe des Saturns wurden übrigens alphabetisch, in der Reihenfolge ihrer Entdeckung, nummeriert. Die wichtigsten sind, von innen nach außen gesehen, der C-, B- und A-Ring. Die Cassinische Teilung trennt Ring B und A von einander. Der D-Ring ist außerordentlich schwach und steht dem Planeten am nächsten. Der F-Ring ist ein sehr schmales Gebilde und befindet sich außerhalb des A-Ringes. Daneben gibt es noch zwei schwächere Ringe, Ring G und E genannt.

Noch ein paar Worte zu Mimas. Mimas gehört zu den innersten Monden Saturns. Entdeckt wurde er 1789 durch den Englischen Astronom William Herschel. Die Oberfläche des Mondes ist eisig und mit Kratern übersät. Mimas besitzt keine große Dichte, was vermuten lässt, dass er hauptsächlich aus Eis bestehen könnte.

Auffällig an Mimas ist vor allem der große, nach seinem Entdecker benannte Krater. Der Herschel-Krater ist 130 Kilometer breit (das entspricht etwa einem Drittel des Mimas-Durchmessers) und 10 Kilometer tief und somit im Verhältnis zum gesamten Mond riesig. In seinem Zentrum befindet sich ein Bergmassiv, dessen Spitze sich etwa sechs Kilometer über den Kratergrund erhebt.

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Mimas , am 12. November 1980 von Voyager1 aus einer Entfernung von 425 000 Kilometern aufgenommen

(Foto: JPL/NASA)

Ursprung dieses Kraters scheint ein gigantischer Einschlag gewesen zu sein, der fast das Ende von Mimas bedeut hätte. Auf der gegenüberliegenden Seite des Mondes sind deutliche Bruchstellen zu sehen. Mimas ist von Kratern nur so übersäht.

Die meisten der Krater haben einen Durchmesser von mehr als 40 Kilometern. Auf der Südpolregion fehlen jedoch Krater von mehr als 20 Kilometern fast gänzlich. Dies scheint darauf hinzuweisen, dass gewisse auf dem Mond stattfindende Prozesse alle größeren Krater in dieser Gegend beseitigt haben.

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