Besatzung von Sojus-TMA 19 sicher gelandet

Heute morgen kehrte die Landekapsel von Sojus-TMA 19 mit seiner Besatzung zur Erde zurück und ging planmäßig, nur 1,5 Kilometer von der berechneten Landestelle entfernt, in der kasachischen Steppe nieder.

Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roscosmos.

Mit der erfolgreichen Landung von Fjodor Jurtschichin, Doug Wheelock und Shannon Walker um 5:46 Uhr MEZ im vorhergesehenen Landegebiet, 80 Kilometer nördlich der Stadt Arqalyq in Kasachstan, wurde die ISS-Expedition 25 beendet. Die Raumfahrer waren am späten Abend des 15. Juni 2010 zur Internationalen Raumstation aufgebrochen und verbrachten zusammen 163 Tage im All. Die Rückkehr zur Erde wurde um einige Tage vorverlegt, da in der kasachischen Hauptstadt Astana am 1. und 2. Dezember ein OSZE-Gipfel stattfindet und damit der Luftverkehr, auch im Landegebiet mit den Bergungsmannschaften, aus Sicherheitsgründen eingeschränkt wurde.

NASA-TV
Sojus-TMA 19 verlässt die ISS
(Bild: NASA-TV)

Gesten Abend verabschiedeten sich die drei Rückkehrer von ihren auf der ISS verbleibenden Kollegen und schlossen gegen 22:50 Uhr MEZ die Luken des Raumfahrzeuges. Die Abkopplung erfolgte heute um 2:23 Uhr MEZ und Sojus-TMA 19 mit Kommandant Fjodor Jurtschichin an den Kontrollen entfernte sich vom Kopplungs- und Forschungsmodul Rasswjet. Die ISS befindet sich während dieses Manövers im freien Flug, um den Ablegevorgang nicht durch automatische Lagekorrekturen zu beeinflussen.

Nach knapp zweieinhalb Stunden Flug und einigen Bahnmanövern wurden die Bremstriebwerke für einige Minuten aktiviert, um die endgültige Rückkehr zur Erde einzuleiten. Kurz vor dem Eintritt in die ersten Schichten der Erdatmosphäre wurden Orbitalmodul, Landekapsel und Servicemodul per Sprengbolzen voneinander getrennt. Alle drei Teile traten in die obersten Luftschichten ein, aber nur die Landeeinheit ist mit einem ablative Hitzeschutzschild ausgestattet und übersteht den Wiedereintritt. Die Kapsel wurde nun durch den Luftwiderstand und danach durch einen kleinen Bremsfallschirm auf eine Geschwindigkeit von etwa 350 km/h verzögert. Anschließend öffnete sich der große Hauptfallschirm, der für eine weitere Verlangsamung auf ungefähr 21 km/h sorgte. In sieben Kilometer Höhe wurde der Hitzeschutzschild abgeworfen und unmittelbar vor dem Aufsetzen zündeten die sechs Bremstriebwerke, um die Landung weiter zu dämpfen. Die Geschwindigkeit der Landekapsel betrugt im Moment des Aufsetzen noch ca. 10 km/h.

Alle drei Besatzungsmitglieder überstanden Rückkehr und Landung in gesundheitlich gutem Zustand. Die Bergungsmannschaften waren mit 14 Hubschraubern, 4 Flugzeugen sowie 7 Such- und Rettungsfahrzeugen im Landegebiet und erreichten die Landestelle wenig später nach dem Aufsetzen. Von Ärzten und Betreuungspersonal umgeben, auf speziellen Sitzen und in Decken eingehüllt, wurden erste medizinische Werte geprüft. Das russische Personal entlud währenddessen die wissenschaftliche Fracht, welche mit dem Landemodul zur Erde gelangte. Doug Wheelock, Fjodor Jurtschichin und Shannon Walker wurden nach der Bergung zuerst nach Qostanai/Kasachstan gebracht, um dann entweder in das russische Kosmonauten-Ausbildungszentrum nahe Moskau oder in die USA weiterzureisen.

NASA
Erschöpft aber wohlauf, Doug Wheelock, Fjodor Jurtschichin und Shannon Walker
(Bild: NASA)

Den längsten Aufenthalt der drei im All kann jetzt Fjodor Jurtschichin mit 371 Tagen und drei Missionen für sich verbuchen, gefolgt von Doug Wheelock mit 178 Tagen in zwei Missionen und Shannon Walker mit 163 Tagen, da sie ihre erste Mission bestritt. Als nächstes werden die Raumfahrer Dmitri Kondratjew, Paolo Nespoli und Catherine Coleman mit Sojus-TMA 20 am 15. Dezember zur ISS aufbrechen und die heute begonnene Expedition 26 verstärken.

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