Bisher größter beobachteter Einschlag auf dem Mond

In den aktuellen Monatsnotizen der britsichen Royal Astronomical Society wird von einem Asteroideneinschlag auf dem Mond berichtet, welcher der bisher hellste beobachtete war.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Oxford Journals (Monthly Notices of the Royal Astronomical Society), NASA/ASU.

NASA, Arizona State University, LRO-NAC
Ungefähre Einschlagsregion im Mare Nubium auf dem Mond (17,2° S/20,5° W)
(Bild: NASA, Arizona State University, LRO-NAC)

Der Einschlag geschah bereits am 11. September 2013 im Mare Nubium und wurde von einem Teleskop des Moon Impacts Detection and Analysis System erfasst. Dieses weltweite System betreibt eine Reihe von automatischen Teleskopen, welche den Mond im Blick haben und Lichtblitze registrieren.

Der Einschlag vom 11. September wurde von José M. Madiedo in den Daten von zwei Teleskopen festgestellt, die sich im Süden Spaniens befinden. Beim Aufschlag eines Asteroiden auf der Mondoberfläche entsteht eine derartige Hitze, dass das Gestein aufschmilzt, teilweise verdampft und die entstehenden Gase hell aufleuchten. Madiedo maß nun auf der Erde eine scheinbare Helligkeit von ca. 2,9 mag, was etwa der Helligkeit von Epsilon Leonis, dem “Kopf des Löwen”, entspricht und auch mit bloßem Auge bereits gut zu sehen ist. Es war zudem ein Nachleuchten über etwa 8 Sekunden zu verzeichnen.

Daraus berechneten Astronomen einen mittleren Durchmesser von 0,6 bis 1,4 Metern, eine Masse von etwa 400 kg, eine Aufprallgeschwindigkeit von etwa 61.000 Kilometern pro Stunde, ein Sprengstoff-Äquivalent von 15 t TNT und einen vermutlichen Krater von etwa 40 Metern Durchmesser. Nach diesem wird nun mit der hoch auflösenden Kamera des Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA gesucht. Mit diesem Instrument erreicht man eine maximale Auflösung um 1 Meter und hat auch in der Vergangenheit schon frische Einschlagskrater gefunden. LRO umläuft den Mond seit Juni 2009.

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