Computerwurm auf ISS-Notebooks

Wie jetzt bekannt wurde, waren im Juli mehrere Notebooks auf der Internationalen Raumstation mit Schadsoftware infiziert, und das nicht zum ersten Mal.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Wired.

NASA
Notebook-Gallerie im Service-Modul Swesda (A. Kaleri, Expedition 8)
(Bild: NASA)

Auf der Internationalen Raumstation gibt es eine Vielzahl mobiler Computer, die teilweise zur Steuerung von Experimenten, teilweise aber auch zur Kommunikation und als persönliche Assistenten der Raumfahrer eingesetzt werden. Die meisten haben keinen direkten Internetzugang, viele sind aber in ein lokales Netz eingebunden. Weil der direkte Datenverkehr zwischen Bodenstation und ISS strikt überwacht wird, vermutet man in mobilen Datenspeichern wie USB-Sticks die Quelle der Infektion mit dem Wurm W32.Gammima. Dabei handelt es sich um eine Schadsoftware, die auf der Erde bereits seit dem Sommer 2007 im Umlauf ist und auf den infizierten Rechnern Kontodaten ausspähen soll.

“Dies ist nicht das erste Mal, dass wir einen Wurm oder Virus haben”, sagte NASA-Sprecher Kelly Humphries. “Es ist keine häufige Erscheinung, aber es ist nicht das erste Mal.”

Computer, welche die Steuerung wichtiger Funktionen auf der ISS übernehmen, waren allerdings nicht betroffen. Auf diesen Rechnern, die nicht mit Hardware “von der Stange” arbeiten und nicht in das Stations-LAN eingebunden sind, werden auch andere, als sicherer eingestufte Betriebssysteme verwendet. Somit war die Station selbst wahrscheinlich in keiner direkten Gefahr.

Bildquelle
Blick auf den Bildschirm eines Notebooks mit Internet-Anbindung im Labormodul Destiny (Expedition 15).
(Bild: NASA/JSC)

Die NASA und ihre nationalen sowie internationalen Partner wollen nun herausfinden, wie die Schadsoftware auf die Station gekommen ist und wie man weitere Infektionen in Zukunft sicher verhindern kann.

Raumcon: Diskussion im Rahmen des Threads ISS (Hauptthema)

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