Endeavour-Start um einen Tag verschoben

Aufgrund mehrerer Blitzeinschläge in der Nähe des Shuttles und der ohnehin wackeligen Wettersituation wurde eine Startverschiebung um knapp 24 Stunden beschlossen.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: NASA, Raumcon.

NASA
Schlechtes Wetter am Cape
(Bild: NASA)

Wichtigste Ursachen sind zum einen die Messung einer durch einen nahen Blitzeinschlag verursachte Induktionsspannung von etwa 110 Volt in einem Bus-System des Orbiters sowie als notwendig erachtete Überprüfungen an den pyrotechnischen Einrichtungen der Startanlage. Eine Vielzahl von Servicesystemen sowie die Befestigungsbolzen der Shuttle-Booster werden mittels Sprengladungen gelöst. Diese werden elektrisch gezündet. Starke elektromagnetische Felder in der Umgebung könnten dabei zu Fehlfunktionen führen. Zwar sind alle Systeme mehrfach vorhanden, trotzdem will man kein Risiko eingehen.

In den letzten Jahren hat das Versagen jeweils eines Sprengbolzens bei den russischen Sojus-Raumschiffen zu gefährlichen Situationen mit starker Belastung für die Raumfahrer bei der Rückkehr geführt. Als Ursache wird elektrostatische Aufladung im Umfeld der größer gewordenen ISS gesehen. Daran kann man erkennen, dass die heute beim Shuttle eingeleiteten Überprüfungen durchaus einen ernsten Hintergrund haben.

Zuvor waren die Vorbereitungsarbeiten weitgehend planmäßig abgelaufen. Gestern wurden verschiedene Shuttle-Tanks mit flüssigem Sauerstoff und flüssigem Wasserstoff für die Brennstoffzellen gefüllt. Ein Kratzer am externen Tank wurde als ungefährlich eingestuft. Allerdings schlug ein Blitz direkt in den Blitzableiter der Startrampe ein.

NASA-Webcam
Ein Blitz schlug gestern in den Blitzableiter der Startrampe ein.
(Bild: NASA TV)

Die Kommunikationssysteme wurden getestet, alle Schalter auf Grundstellung überprüft, die Hitzeschutzkacheln und -matten des Orbiters inspiziert und letzte Ausrüstungsgegenstände verstaut.

Heute morgen wurde die fahrbare Servicestruktur geöffnet, so dass man die Raumfähre nebst Antriebssystem wieder sehen kann. Anschließend wurden die Schalter aller Cockpit-Geräte in Startstellung gebracht. Dies geschieht nach einer ziemlich umfangreichen Checkliste. Die Besatzung wurde planmäßig geweckt, die Tanks des Schalldämpfungssystems der Startrampe mit Wasser gefüllt. Das Füllen des externen Tanks wurde zunächst um 30 Minuten aufgeschoben und schließlich aus den oben angeführten Gründen abgesagt.

Als neuer Startzeitpunkt wird nun der 13. Juli, 1:13:55 Uhr MESZ genannt. Der Countdown steht bei T-6 Stunden und wird an diesem Punkt morgen abend fortgesetzt.

Raumcon:

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