Exoplanet aus einer anderen Galaxie

Astronomen haben den ersten Exoplaneten entdeckt, der aus einer anderen Galaxie stammt. Der Heimatstern des Planeten gehörte zu einer Zwerggalaxie, die vor Milliarden von Jahren von unserer eigenen Milchstraße verschluckt wurde.

Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: ESO.

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Exoplanet HIP 13044 b (rechts unten) und sein Mutterstern – künstlerische Impression
(Bild: ESO)

Es sind zur Zeit ungefähr 500 Exoplaneten bekannt, die Sterne in unserer kosmischen Nachbarschaft umlaufen, dort sind sie auch entstanden. Der jetzt mit dem leistungsfähigen Spektrografen FEROS am 2,2-Meter-MPG/ESO-Teleskop des La-Silla-Observatoriums entdeckte Exoplanet HIP 13044 b ist aber ein Zugereister.

HIP 13044 b stammt offensichtlich aus den Überresten einer Zwerggalaxie, die unsere Milchstraße vor einigen Milliarden Jahren vereinnahmt hat. Er befindet sich in einem Alt-Sternenstrom, derzeit aufzufinden in einer Entfernung von rund 2.000 Lichtjahren im südlichen Sternbild Chemischer Ofen (Fornax). Für die Entwicklung von Sternsystemen ist dieser galaktische Kannibalismus nichts Besonderes. Reste der verschlungenen Zwerggalaxie bleiben dabei oft für Milliarden von Jahren sichtbar. Auch HIP 13044 ist Teil eines solchen Sternstroms innerhalb der Milchstraße, des Helmi-Stroms.

NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC)
Die Überreste einer Zwerggalaxie und zweier Kugelsternhaufen, die es im Schwerkraftgefälle der Milchstraße zerrissen hat.
(Bild: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC))

Die Wissenschaftler haben diesen Exoplaneten mittels der Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt. Der Mutterstern HIP 13044 und sein Planet bewegen sich unter dem Einfluss der Gravitation um ihren gemeinsamen Schwerpunkt. HIP 13044 bewegt sich wegen seiner größeren Masse wesentlich weniger als sein Begleiter.

Bei diesem neu entdeckten Sonnensystem gibt es einige ungewöhnlicher Besonderheiten. Der Stern HIP 13044 beinhaltet kaum Elemente, die schwerer sind als Wasserstoff oder Helium. Der Stern gilt als extrem metallarm und ist ärmer an schwereren Elementen als jede andere Heimatsonne bisher entdeckter Exoplaneten. Deshalb ist kaum zu erklären, wie sich um solch einen Stern überhaupt ein Planet gebildet haben kann.

HIP 13044 hat vor einiger Zeit die Rote-Riesen-Phase durchlaufen. Er hat sich abkühlt und dabei seine Hülle auf einige hundert Sonnendurchmesser aufgebläht. In dem jetzt ruhigen Zustand, der noch einige Millionen Jahre dauern wird, bezieht er seine Leuchtkraft aus der Kernfusion von Helium zu schwereren Elementen. Sollten in diesem Sonnensystem früher noch innere Planeten existiert haben, dann sind sie ihrem Stern näher gerückt und anschließend von ihm verschluckt. HIP 13044 b umläuft seinen Heimatstern in 16,2 Tagen in einem Abstand von 18 Millionen Kilometern, hat aber keine große Überlebenschance. In der nächsten Entwicklungsphase wird die Sternhülle des Muttersterns stark expandieren und somit den Exoplaneten vernichten.

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