Indiens Pläne für bemannte Kapsel werden konkreter

Die indische Raumfahrtorganisation ISRO verfolgt den Plan, im Jahre 2015 ein eigenes bemanntes Raumschiff zu starten. Erste Details wurden soeben bekanntgegeben.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Space.com, Wikipedia.

Mohanraj K via Wikipedia
Der Satellit SCRE 1 absolvierte im Januar 2007 erfolgreich den Wiedereintritt und konnte geborgen werden.
(Bild: Mohanraj K via Wikipedia-cc)

Demnach wird das Raumschiff mit russischer Unterstützung entwickelt. Es soll aus einer rückführbaren Kapsel und einem Serviceteil bestehen und etwa 3 Tonnen wiegen. Zum Start soll eine weiterentwickelte Trägerrakete vom Typ GSLV Mark II (Geosynchronous Satellite Launch Vehicle) Verwendung finden. Eine Version davon ist bereits mehrfach eingesetzt worden.

Der Jungfernflug eines bemannten indischen Raumschiffes soll eine bis zu 7 Tage währende Mission mit 2 Raumfahrern in etwa 400 Kilometern Höhe werden. Dies gab der Leiter der Indian Space Research Organisation (ISRO), Madhavan Nair, am 3. Januar auf einem indischen Wissenschaftskongress in Shillong bekannt. Später soll das Raumschiff durch ein Rendezvous- und Kopplungssystem weiterentwickelt werden. Für die bevorstehende Entwicklung der Trägerrakete, des Raumschiffes, den Bau einer neuen Startrampe, eines Kontrollzentrums sowie eines Ausbildungszentrums für die Raumfahrer stehen laut Beschluss der indischen Regierung von 2006 insgesamt 100 Milliarden Rupien (etwa 2 Milliarden US-Dollar) zur Verfügung.

Bereits im Januar 2007 absolvierte der Satellit SCRE 1 erfolgreich einen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Der Satellit verfügte über einen wirksamen Hitzeschutz. Auch die Trägerrakete ist in wesentlichen Teilen bereits fertig.

ISRO
Eine Trägerrakete vom Typ GSLV Mark II
(Bild: ISRO via Wikipedia-fair use)

Allerdings entwickelt die ISRO gegenwärtig noch eine eigene kryogene Oberstufe für die Steigerung der Nutzlast. Außerdem müssen Sicherheitssysteme entwickelt werden, um die GSLV Mark II für einen Flug mit Menschen an Bord zu qualifizieren.

Im Mittelpunkt steht aber die Entwicklung des eigentlichen Raumschiffes. Dabei arbeitet man mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos zusammen. Eine entsprechende Vereinbarung war bereits Ende letzten Jahres getroffen worden. Außerdem soll 2013 ein indischer Raumfahrer mit einem russischen Raumschiff ins All gelangen. Dies wäre nach 1984 der zweite gemeinsame bemannte Raumflug. Vor 25 Jahren flog nämlich der Inder Rakesh Sharma für eine Woche zur russischen Raumstation Salut 7.

Falls der langfristige Plan gelingt, dann wäre Indien das vierte Land, das die Möglichkeit hat, Raumfahrer mit eigenen Mitteln auf Erdumlaufbahnen zu bringen.

Raumcon:

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