Kurznachrichten zum Weltraumtourismus

Eventuell gibt es einen weiteren Touristen im Herbst auf der ISS, außerdem arbeitet EADS Astrium eingeschränkt weiter an seinem Weltraumtourismusprojekt. Des Weiteren hat die NASA Interesse daran, suborbitale Flüge für wissenschaftliche Zwecke zu kaufen.

Ein Beitrag von Tobias Willerding. Quelle: NASA, flightglobal.com.

Neuer ISS-Tourist im Herbst?

NASA
ISS
(Bild: NASA)

Kürzlich gab es eine Telefonkonferenz mit Eric Anderson, dem CEO von SpaceAdventures, derjenigen Firma, die die Touristenflüge zur ISS vermarktet. Dabei wurde bekannt, dass es offenbar denkbar ist, dass Kasachstan auf seinen Platz bei der Mission Sojus-TMA 16 im Herbst verzichtet, sodass ein Platz frei wird. Sollte dieser Fall eintreten, so könnte eventuell ein weiterer Weltraumtourist zur ISS fliegen. Als potenzielle Kandidaten kämen die Schweizerin Esther Dyson, die als Backup für Charles Simonyi trainiert hat, oder der Australier Nik Halik, der als Backup für Richard Gariott fungierte, in Frage. Allerdings ist es auch noch möglich, das Russland den Platz selbst mit einem Kosmonauten besetzt.

Darüber hinaus befindet sich SpaceAdventures gerade in Gesprächen mit den Russen über einen eigenen gebuchten Sojusflug mit einem professionellen Kosmonauten als Piloten und zwei zahlenden Weltraumtouristen. Zwei Kunden hat man offenbar auch schon. Die Frage ist nur, ob Russland in der Lage ist, eine weitere Sojuskapsel zu produzieren. Momentan ist man mit der Verdopplung der Produktion von zwei auf vier pro Jahr schon mehr als ausgelastet. Eine private Sojusmission wäre frühstens ab 2012 möglich.

Die Nachfrage nach Flügen zur ISS nimmt laut Anderson nicht ab, denn jemand dessen Lebenstraum es ist, einmal ins Weltall zu fliegen, lässt sich diesen doch nicht durch eine Finanzkrise zerstören.

EADS Astrium: Weltraumtourismusprojekt nicht komplett eingestellt

EADS Astrium
EADS-Weltraumjet im All
(Bild: EADS Astrium)

Entgegen anderslautender Presseberichte ist das suborbitale Weltraumtourismusprojekt von EADS Astrium noch nicht komplett auf Eis gelegt. Auf dem National Space Symposium in Colorado Springs hat Hugues Laporte-Weywada von EADS Astrium gegenüber FlightInternational betont, dass EADS Astrium das Projekt auch weiter verfolgt und es die volle Unterstützung aus der Führungsspitze hat. Auch wenn im Angesicht der weltweiten Finanzkrise keine Investoren für eine volle Entwicklung gefunden werden konnten, so sieht Astrium den Weltraumtourismus als interessanten Markt für die Zukunft. Daher soll die technische Entwicklung des Projektes aufrecht erhalten bleiben. Für das Raumschiff und das Raketentriebwerk gibt es einen Sieben-Jahre-Zeitplan vom Konzept zur Zertifizierung. Weitere Details wollte er in Anbetracht der Geheimniskrämerei der Konkurrenz nicht nennen. Die Entwicklung des Raumschiffes, das neben einem Raketenantrieb auch über zwei Jet-Turbinen verfügen wird, soll eine Milliarde Euro kosten.

EADS Astrium selbst wird jedoch keine suborbitalen Raumflüge anbieten, sondern das Raumschiff an andere Firmen verkaufen.

NASA überlegt, suborbitale Flüge für wissenschaftliche Experimente zu kaufen
Das NASA Ames Research Center sucht momentan im Rahmen des Commercial Suborbital Research Program den Dialog mit zukünftigen Anbietern von bemannten suborbitalen Flügen um deren Potenzial für wissenschaftliche Experimente zu untersuchen. Diese Flüge könnten für diejenigen Wissenschaftler, die momentan Parabelflüge für ihre Experimente nutzen, interessant sein. Obwohl ein suborbitaler Flug nur ein paar Minuten Schwerelosigkeit bietet, ist dies doch immerhin ein Vielfaches gegenüber einem Parabelflug. Um festzustellen, welche Möglichkeiten sich durch diese Flüge ergeben könnten, veranstaltet die NASA im Mai in Los Angeles einen Workshop zu diesem Thema.

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