Musik auf dem Mars

Wohl keiner der Planeten hat die Phantasie des Menschen so angeregt, wie der erdähnliche Mars, der nur durch seine im eigene rötliche Färbung Anlass zu zahlreichen Legenden, Hypothesen und Spekulationen gab.

Autor: meiklampmann, bearbeitet von Star-Light, Quelle: ESA.

Die europäische Raumfahrtagentur ESA will ab 2003 mit mehreren Premieren untersuchen, ob es auf unserem Nachbarn Leben gab oder gibt. Mars Express ist nicht nur Europas erste Mission zum roten Planeten. Der mitgeführte Roboter Beagle 2 soll Weihnachten 2003 Europas erste Landung auf einem anderen Planeten vollziehen und sogar Popmusik übertragen.

Die ESA-Raumsonde Mars Express mit dem Lander Beagle 2 wurde am 2. Juni 2003 gestartet und traf im Dezember in der Nähe des Mars ein. Die Trennung von Beagle 2 von Mars Express verlief am 19. Dezember einwandfrei. Der Satellit setzte seine Mission mit seiner erfolgreichen Einbringung in eine Marsumlaufbahn am 25. Dezember fort, dem Tag, an dem Beagle 2 landen sollte. Grafik: ESA

Wenn Beagle 2 sicher die Marsoberfläche erreicht hat, werden sogar musikalische Grüße vom roten zum blauen Planeten übertragen. Die britische Erfolgsband “Blur” hat hierfür einen Song komponiert, mit dem die Popstars auch im interplanetaren Raum Fuß fassen wollen.
Die Idee hierzu brüteten Blur-Trommler Dave Rowntree und Bassmann Alex James Ende 1999 aus. Nach den Erfolgen, die Blur als erneuerer des Britpop im Vereinigten Königreich feierten, wollten sie nun neue Horizonte ins Visier nehmen. Was, wenn ein Blur-Song zum Mars flöge? Rowntree und James wandten sich an den wissenschaftlichen Leiter des Beagle-2-Projekts, Colin Pillinger von der Open University. Der Planetenforscher erkannte sofort, welche Möglichkeiten die Idee bot und war begeistert. “Als wir das Beagle-Projekt in Angriff nahmen, mussten wir unsere Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen. Außerdem mussten wir jede Menge Geld auftreiben. Blur hat uns zweifach geholfen: Sie hat für Medienaufmerksamkeit gesorgt und uns das Erkennungssignal für die Mission geliefert”, so Pillinger.

2002 ging die Band dann zusammen mit Pillinger und einem Software-Spezialisten ins Studio, um die Blur-Komposition “Beagle 2” in den Quellcode der Beagle-Software einzugeben. Die Komposition basiert auf einer mathematischen Reihe, der so genannten Fibonacci-Sequenz. Sie bedient sich auch bei der Titelmusik von “Dr. Who”, einer britischen Science-Fiction-Fernsehserie, die Kultstatus genießt.

Der solchermaßen pop-programmierte Beagle-2-Lander reist mit dem ESA-Mars-Express huckepack zum roten Planeten. Nach geglückter Landung, voraussichtlich am ersten Weihnachtsfeiertag 2003, werden die Systeme des Landers hochgefahren und Beagle signalisiert mit poppigem Piepsen den erfolgreichen Abstieg zum roten Planeten. Danach soll dann jede Nachricht des Landers, die via Mars-Express-Orbiter zur Erde gefunkt wird, mit dem Popsignal von Blur als Kennung beginnen.

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