Massenhaft erdähnliche Planeten?

Amerikanische Wissenschaftler haben die Daten der Sonde Kepler einer statistischen Auswertung unterzogen und sind dabei zu dem Schluss gekommen, dass einer von fünf sonnenähnlichen Sternen in der Milchstraße von erdgroßen Planeten in habitablen Zonen umkreist wird.

Ein Beitrag von Hans Lammersen. Quelle: University of California, Berkeley.

University of California, Berkeley/Erik Petigura
Die Habitablen Zonen um Sterne sind die Bereiche, in denen Wasser in flüssiger Form auftritt – eine notwendige Voraussetzung für Leben.
(Bild: University of California, Berkeley/Erik Petigura)

Zwar ist das Kepler-Teleskop außer Betrieb, dennoch gibt es aus seiner aktiven Zeit noch so viele Daten, dass die Wissenschaftler noch auf lange Sicht mit ihnen zu tun haben werden. Das gilt sowohl für die Auswertung der Einzelbeobachtungen als auch für statistische Auswertungen. Eine Gruppe von Wissenschaftlern rund um Erik Petigura von der Universität von Kalifornien in Berkeley haben die Daten der Sonde mit Hilfe eines neuen Algorithmus ausgewertet um die Zahl der Planeten in der Milchstraße zu bestimmen, die potenziell Leben tragen können.

Dabei wurden im Gegensatz zu bisherigen statistischen Auswertungen versucht, die Zahl der von Kepler nicht festgestellten Planeten abzuschätzen. Dazu gehören solche, die bisher schlicht und einfach übersehen wurden oder auch solche, die gar nicht beobachtet werden konnten, weil sie von der Erde aus gesehen nicht vor ihrem Stern herziehen. Denn Kepler stellt die Anwesenheit von Planetensystemen fest, indem Veränderungen in der Lichtkurve der Sterne beobachtet werden, die dann auftreten, wenn ein vorüberziehender Planet die Lichtkurve beeinflusst.

Letztendlich gelangten die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass 22% aller sonnenähnlichen Sterne in der Milchstraße Planeten in Erdgröße haben, die ihren Mutterstern in der habitablen Zone umkreisen.

Die Studie ist insbesondere wichtig für zukünftige Projekte, bei denen es um die Untersuchung der Atmosphären von Exoplaneten geht um möglicherweise eines Tages den heiligen Gral der Exoplanetenforschung zu finden: Marker von Leben in den Atmosphären ferner Planeten. Falls die von Kepler untersuchten Himmelsbereiche repräsentativ für die Milchstraße sind, dann könnte der nächste potenziell Leben tragende Planet schon in einer Entfernung von 12 Lichtjahren zu finden sein.

Statistische Auswertungen der Daten der Sonde Kepler sind schon öfter vorgenommen worden. Vor einiger Zeit hatte eine Arbeitsgruppe des California Institute of Technology eine Studie veröffentlicht, in der versucht wurde, die Zahl der Planetensysteme um Rote Zwergsterne abzuschätzen. Diese Studie kam auf einen Wert von einem Planeten pro Zwergstern, wobei die roten Zwergsterne die am häufigsten vorkommende Art von Sternen in unserer Milchstraße sind. Nach dieser Schätzung gäbe es allein in unserer Milchstraße 100 Milliarden Planeten.

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