Mondsonde soll 2015 zuerst von Wostotschny starten

Wie in dieser Woche bekannt wurde, soll die Mondsonde Luna-Glob den Reigen der Starts vom derzeit im Bau befindlichen russischen Kosmodrom Wostotschny eröffnen.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Roskosmos, Wsgljad, Raumcon.

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Wostotschny wurde ausgewählt, weil nur von hier die gewünschten Bahnen geflogen werden können, ohne beim Start Territorien anderer Staaten zu überfliegen. (Bild: Roskosmos)

Dies soll nach gegenwärtiger Planung im Jahre 2015 geschehen, Trägerrakete soll eine Sojus 2 sein. Die erste Startrampe dafür ist seit Mai 2012 im Bau. Insgesamt sind gegenwärtig für Wostotschny Startrampen für die Träger Sojus 2 und Angara geplant. Später sollen weitere für Schwerlastraketen folgen.

Um die Startplätze mit allen notwendigen Bodeneinrichtungen wie Montagehallen, Reinraum, Tankanlagen oder Bahnverfolgungsstationen herum entstehen aber auch eine neue Stadt für etwa 35.000 Einwohner, ein Flughafen, eine Bahnstation, eine Treibstofffabrik, Ausbildungs- und Forschungsstätten sowie Touristenhotels. Für eine gute Verkehrsanbindung werden zudem 200 km Bahngleise gelegt und neue Straßen gebaut. Insgesamt soll Wostotschny nicht nur als Kosmodrom fungieren sondern auch Zentrum einer sich neu entwickelnden Industrie im fernen Osten Russlands werden.

Gegenwärtig arbeiten etwa 2.500 Menschen unmittelbar auf dem 552 km² großen Gelände. Bis zur Jahresmitte soll deren Anzahl verdoppelt werden. Die Finanzierung ist offenbar gesichert, da Wostotschny höchste Priorität genießt. Allerdings sollen auch schon Mittel in dunklen Kanälen versickert sein.

Das Budget der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos wurde in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert, was für die vielen anlaufenden Vorhaben auch notwendig ist. Für 2013 stehen knapp 170 Milliarden Rubel (etwa 4,2 Mrd. Euro) zur Verfügung, bis 2015 soll der Betrag auf knapp 200 Mrd. Rubel (knapp 5 Mrd. Euro) wachsen.

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Die beiden Komponenten des für 2015 geplanten Mondforschers Luna-Glob (Bild: Roskosmos)

Roskosmos-Leiter Wladimir Popowkin kündigte an, dass 2018 von Wostotschny aus auch der erste Einsatz des neuen Raumschiffes absolviert werden soll. Zu Luna-Glob (2015/2017) sei mittlerweile entschieden worden, als Ziel der unbemannten Landung(en) die Südpolregion des Mondes auszuwählen. Der erste Mondlander soll unter anderem mit einer Bohrvorrichtung und einem Seismometer ausgestattet sein und nach Wassereis suchen. Die Mondsonde soll eine Gesamtmasse von 1,4 t aufweisen, wobei 500 kg auf den Lander entfallen. Dieser soll mit Solarzellen und zusätzlich mit einem Radionuklidgenerator ausgerüstet sein, um längere Phasen in der Dunkelheit überbrücken zu können. Der Orbiter soll zudem über ein Radarsystem zur Abtastung der Mondoberfläche verfügen.

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