NASA führte Artemis 2 Test durch und peilt Start im März an

Die NASA hat am frühen Dienstagmorgen lokaler Zeit eine Generalprobe (Wet Dress Rehearsal) für den Testflug Artemis II abgeschlossen. Dabei wurde erfolgreich kryogener Treibstoff in die Tanks des SLS (Space Launch System) gefüllt, ein Team zur Startrampe geschickt um Orion zu schließen, und die Rakete sicher entleert. Eine Pressemitteilung der National Aeronautics and Space Administration NASA.

Quelle: NASA / Rachel H. Kraft, 3. Februar 2026

Der Vollmond scheint in den frühen Morgenstunden des 1. Februar 2026 über dem SLS (Space Launch System) der NASA und dem Raumschiff Orion auf der mobilen Startrampe. Die Rakete befindet sich derzeit auf der Startrampe 39B im Kennedy Space Center der NASA in Florida, wo die Teams den Start- und Betankungstest durchführten, um den Zeitplan und die Abläufe für den Start von Artemis II zu üben.
Bild: NASA/Sam Lott

Die Generalprobe war ein Test vor dem Start, bei dem die Rakete betankt wurde, um eventuelle Probleme zu identifizieren und zu beheben, bevor der Start versucht wird. Die Ingenieure meisterten während des zweitägigen Tests mehrere Herausforderungen und erreichten viele der geplanten Ziele. Damit die Teams die Daten überprüfen und eine zweite Generalprobe durchführen können, strebt die NASA nun März als frühestmöglichen Starttermin für den Testflug an. Die Verschiebung des Startfensters im Februar bedeutet auch, dass die Astronauten von Artemis II aus der Quarantäne entlassen werden, in die sie am 21. Januar in Houston eingetreten sind. Daher werden sie am Dienstag nicht wie vorläufig geplant zum Kennedy Space Center der NASA in Florida reisen. Die Besatzung wird etwa zwei Wochen vor dem nächsten geplanten Starttermin erneut in Quarantäne gehen.

Die NASA begann den etwa 49-stündigen Countdown am 31. Januar um 20:13 Uhr lokaler Zeit. Im Vorfeld und während der Betankungsarbeiten am 2. Februar überwachten die Ingenieure, wie sich das kalte Wetter am Kennedy Space Center auf die Systeme auswirkte, und führten Verfahren ein, um die Hardware zu schützen. Die kalten Temperaturen führten zu einer Verzögerung des Beginns der Betankungsarbeiten, da es einige Zeit dauerte, bis bestimmte Schnittstellen auf akzeptable Temperaturen gebracht waren, bevor mit dem Einfüllen des Treibstoffs begonnen werden konnte.  Während des Betankens verbrachten die Ingenieure mehrere Stunden damit, ein Leck von flüssigem Wasserstoff in einer Schnittstelle zu beheben, über die das kryogene Treibmittel in die Kernstufe der Rakete geleitet wird, wodurch sie im Countdown in Verzug gerieten. Um das Problem zu beheben, wurde der Fluss von flüssigem Wasserstoff in die Kernstufe gestoppt, damit sich die Schnittstelle erwärmen und die Dichtungen wieder richtig sitzen konnten, und der Treibstofffluss angepasst. 

Die Teams füllten erfolgreich alle Tanks sowohl in der Kernstufe als auch in der Oberstufe (interim cryogenic propulsion stage, ICPS), bevor ein fünfköpfiges Team zur Startrampe geschickt wurde, um die Abschlussarbeiten an Orion zu beenden. Die Ingenieure führten während des Tests einen ersten Durchlauf der Endphase des Countdowns durch und zählten bis etwa 5 Minuten vor Ablauf des Countdowns, bevor der Bodenstartsequenzer den Countdown aufgrund eines Anstiegs der Leckrate von flüssigem Wasserstoff automatisch stoppte.

Zusätzlich zum Austritt von flüssigem Wasserstoff musste ein Ventil, das mit der Druckbeaufschlagung der Luke des Orion-Besatzungsmoduls in Verbindung steht und kürzlich ausgetauscht worden war, nachgezogen werden, wodurch die Abschlussarbeiten länger als geplant dauerten. Das kalte Wetter, das mehrere Kameras und andere Geräte beeinträchtigte, behinderte die Aktivitäten der Generalprobe nicht, hätte jedoch am Tag des Starts zusätzliche Aufmerksamkeit erfordert.

Schließlich haben die Ingenieure in den letzten Wochen vor dem Test Fehler bei den Audio-Kommunikationskanälen zwischen den Bodenteams behoben. Während der Generalprobe traten erneut mehrere Ausfälle auf.

Das Team führte aktualisierte Verfahren durch, um die Hohlräume des Orion-Servicemoduls während der Abschlussarbeiten der Crew mit Atemluft anstelle von gasförmigem Stickstoff zu spülen, damit das Team, das die Crew in ihre Sitze begleitet und die Luken von Orion schließt, sicher im White Room arbeiten kann.

Da der März als potenzielles Startfenster vorgesehen ist, werden die Teams die Daten aus dem Test vollständig überprüfen, jedes Problem beheben und mit den Tests fortfahren, bevor sie einen offiziellen Starttermin festlegen. Die Sicherheit der Besatzung hat weiterhin höchste Priorität, damit die NASA-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie der CSA-Astronaut (Canadian Space Agency) Jeremy Hansen am Ende ihrer Mission sicher nach Hause zurückkehren können.

Zusätzlich zu einer Erklärung des NASA-Administrators Jared Isaacman, die am Dienstag veröffentlicht wurde, werden die Leiter der Behörde die ersten Ergebnisse der Generalprobe während einer Pressekonferenz am Dienstag um 19 Uhr MEZ diskutieren. Zuvor hatte die NASA geplant, die Pressekonferenz um 18 Uhr zu beginnen. Die Behörde wird die Pressekonferenz live auf ihrem YouTube-Kanal übertragen.

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