Sandgestrahltes auf dem Mars

Marswinde können erhebliche Auswirkungen haben. Die Sonde Mars Express der ESA hat beobachtet, wie sie Sandkörner aufwirbeln und wie ein kosmischer Sandstrahler wirken, der faszinierende Rillen in der Nähe des Marsäquators hinterlässt.
Eine Pressemitteilung der europäischen Weltraumagentur ESA.

Quelle: ESA/Science&Exploration/SpaceScience/MarsExpress, 7. Januar 2026

Die Grate, Hügel oder Säulen, die zurückbleiben, wenn der umgebende Boden erodiert ist, werden technisch als Yardangs bezeichnet und sind auf dem Mars weit verbreitet. Sie sind ein Beweis für die starken Marswinde, die wie ein kosmischer Sandstrahler wirken, Sandkörner in die Luft ziehen und Rillen in die Oberfläche meißeln, die sich über Dutzende von Kilometern erstrecken.

Mars Express sieht sandgestrahlte Windskulpturen in der Nähe von Eumenides Dorsum
Credit: ESA/DLR/FU Berlin, Licence: C BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence

Diese stark erosiven, sandhaltigen Winde graben sich in weiche Sedimentgesteinsschichten ein, finden vorhandene Risse und tragen das Material dort ab. Markante, langgestreckte Grate oder Hügel bleiben stehen, während der umgebende Boden weggeblasen wird, und bilden eine beeindruckende Landschaft (deutlich zu sehen in der dazugehörigen Vogelperspektive unten).

Zoom: Vogelperspektive auf windgeformte Strukturen in der Nähe von Eumenides Dorsum auf dem Mars
Credit: ESA/DLR/FU Berlin, Licence: C BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence

Auf dem Hauptbild, das eine Fläche von fast der Größe Belgiens abdeckt, neigen sich die Yardangs aufgrund der vorherrschenden Windrichtung alle in dieselbe Richtung und verlaufen von links unten (Südosten) nach innen. Sie befinden sich am nördlichen Ende des Eumenides-Dorsum-Gebirges, das bereits von Mars Express beobachtet wurde. Dieses Gebirge erstreckt sich weit über den Bildrand hinaus nach Westen (oben) einer besonders vulkanischen Region namens Tharsis und ist Teil der riesigen, extrem staubigen Medusae-Fossae-Formation (ein weiteres bekanntes Merkmal).

Karte des nördlichen Eumenides Dorsum im Kontext
Credit: NASA/MGS/MOLA Science Team

Wo sich Merkmale treffen

Dieses Bild fängt auch zwei weitere faszinierende Naturkräfte ein, die wir auf dem Roten Planeten beobachten können. Alle drei treffen sich links (südlich) des großen Kraters auf der rechten Seite.
Da ist zunächst der Krater selbst, der relativ frisch aussieht und von einer großen, wellenförmigen Materialdecke („Ejekta“) umgeben ist, die beim Einschlag, der ihn geschaffen hat, herausgeschleudert wurde.

Zoom: Vogelperspektive eines Marskraters in der Nähe von Eumenides Dorsum
Credit: ESA/DLR/FU Berlin, Licence: C BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence

Das zweite Merkmal ist subtiler und nur bei genauerer Betrachtung erkennbar (und in der kommentierten Ansicht markiert): Direkt unterhalb und neben dem Hauptteil der Yardangs befindet sich ein sogenannter „Platy Flow“, der ein wenig an schwimmende Eisschollen erinnert, wie man sie hier auf der Erde sieht. Als sich die alte Lava über das Gelände bewegte, bildete sich an ihrer Oberfläche eine Kruste. Die Lava floss darunter weiter, zog an der festen Oberfläche, brach sie in Brocken und bewegte diese als erstarrte „Flöße“ oder „Platten“ aus Lava.
Es wird angenommen, dass sich die Yardangs nicht nur an den Rand dieses Platy Flows angrenzen, sondern sich auch auf ihm gebildet haben, was darauf hindeutet, dass sie wahrscheinlich erst vor relativ kurzer Zeit entstanden sind.

Topografische Karte des nördlichen Eumenides Dorsum auf dem Mars
Credit: ESA/DLR/FU Berlin, Licence: C BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence

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