Neues am weitesten entferntes Objekt im All

Am letzten Donnerstag detektierten die Instrumente an Bord des NASA-Satelliten Swift einen Gammastrahlungsausbruch (Gamma Ray Burst), dessen gemessene Rotverschiebung den bisher höchsten bestätigten Wert hat. Das macht GRB 090423 zum am weitesten von uns entfernten bekannten Objekt des Universums.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: NASA, New Scientist.

NASA/Swift/Stefan Immler
Falschfarbenaufnahme des Gamma Ray Bursts GRB 090423 vom Satelliten Swift
(Bild: NASA/Swift/Stefan Immler)

Aus der Rotverschiebung von 8,2 berechnete man eine Entfernung von 13,1 Milliarden Lichtjahren. Damit trat die Explosion, bei der ein an seinem Lebensende angekommener Stern zu einem Schwarzen Loch wird und dabei eine unvorstellbare Energiemenge ins All abgibt, nur etwa 640 Millionen Jahre nach dem angenommenen Zeitpunkt des Urknalls auf. Der bisherige Rekord-Burst hatte eine Rotverschiebung von 6,7.

Innerhalb einer Stunde wurden verschiedene Erdteleskope auf die von Swift gelieferten Himmelskoordinaten ausgerichtet, so dass man das Nachglühen des Gamma Ray Bursts (GRB) beobachten und dessen Rotverschiebung genau ermitteln konnte.

NASA
Der Satellit Swift (Bild: NASA)

Die Rotverschiebung entsteht, weil sich das Universum ausdehnt. Damit entfernen sich Galaxien und andere große kosmische Objekte (in fast allen Fällen) voneinander. Dabei werden aber die Lichtwellenlängen gedehnt. Aus kurzwelligem Licht wird langwelligeres. Das sichtbare Spektrum wird zum roten Licht hin verschoben, deshalb der Name. Die Rotverschiebung berechnet sich als Quotient aus der Differenz zwischen gemessener und ausgestrahlter Wellenlänge und ebendieser ausgestrahlten Wellenlänge. Zur Berechnung verwendet man Lichtwellen, die im Spektrum aller Sterne vorkommen und deren tatsächliche Wellenlänge bekannt ist.

So sendet heißer Wasserstoff bestimmte Lichtwellenlängen aus, deren Gesamtheit mal als Linienspektum bezeichnet. Diese liegen allerdings nur teilweise im sichtbaren Bereich. Zur Messung lassen sich aber auch Linien aus dem UV-, Röntgen- oder Gammastrahlenbereich verwenden. Die Wellenlängen- bzw. Frequenzänderung bei bewegten Objekten ist auch als Dopplereffekt bekannt und für jedermann bei den Tonänderungen vorbeifahrender Autos zu hören.

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