Phobos Grunt bekommt neues Probenentnahmegerät

Durch die Verschiebung der Mission Phobos Grunt um zwei Jahre können nicht nur bekannte Probleme behoben und weitere Tests durchgeführt werden. Es ist nun auch vorgesehen, ganze Geräte zu ersetzen oder zu ergänzen.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Roskosmos.

Roskosmos
Phobos Grunt mit Beschleunigungsstufe im All.
(Bild: Roskosmos)

Wie am 7. März bekannt wurde, soll der Mechanismus zur Probenentnahme auf dem Marsmond Phobos komplett ersetzt werden. Bisher sollte ein Rohr langsam in den Untergrund gedrückt werden. Die darin enthaltene Probe sollte dann durch eine Röhre in den Rückkehrbehälter geschoben werden. Falls der Boden des Marsmondes an der Landestelle allerdings sehr hart sein würde, könnte diese Methode auch versagen.

Stattdessen soll nun ein Verfahren zum Einsatz kommen, bei dem man mit einem hammerartigen Instrument Proben in den dafür vorgesehenen Behälter transportiert. So sollten auch bei hartem Boden einige abgeschlagene Stücke aufgenommen werden können.

Anatoli Schilow, Leiter der föderalen Weltraumagentur Russlands, sagte dazu: “Ich glaube, dass die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ausgangs der Mission mit einem neuen Gerät zur Probennahme steigt”. Als zusätzlichen Vorteil der Missionsverschiebung sieht Schilow die Tatsache, dass drei wissenschaftliche Instrumente internationaler Partner nun mit an Bord genommen werden können. Diese waren bis zum ursprünglichen Starttermin im Oktober 2009 noch nicht fertig.

Phobos Grunt soll nun Ende des Jahres 2011 gestartet werden. An Bord werden sich vor allem Geräte zur Vorort-Analyse von Bodenproben sowie Seismometer, Bodenradar, Kameras und Temperatursensoren befinden. Zur Analyse können Proben bestrahlt und die dabei entstehende Rückstrahlung analysiert werden. Andere Analysemethoden erhitzen Proben, so dass die entstehenden Gase mittels optischer Spektrometrie, Chromatographie und Massenspektrometrie detektiert werden können.

Bei einem Start im Oktober 2011 soll Phobos Grunt im September des folgenden Jahres in eine Marsumlaufbahn einschwenken, im April 2013 auf dem Marsmond Phobos landen und im August gleichen Jahres die Probe auf den Rückweg zur Erde bringen, die hier im Juli 2014 eintreffen sollte.

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