Ringe um Saturnmond Rhea

Cassini entdeckte Hinweise, dass Rhea ein Ringsystem besitzt. Der Saturnmond wäre der erste Mond mit einem Ringsystem. Außerdem steht ein Vorbeiflug an Enceladus bevor.

Ein Beitrag von Maria Steinrück. Quelle: NASA JPL.

Von mehreren Planeten sind Ringsysteme bekannt: Neben den prächtigen Ringen des Saturn besitzen auch die anderen Gasriesen Jupiter, Uranus und Neptun kleinere Ringe. Doch möglicherweise gibt es nicht nur um Planeten Ringe – Cassini fand nämlich Hinweise auf Ringe um den Saturnmond Rhea.

JPL
Eine künstlerische Darstellung des Ringsystems um Rhea
(Bild: JPL)

Die Daten, auf denen diese Vermutung beruht, stammen von einem Vorbeiflug an Rhea im November 2005. Die Raumsonde führte damals mehrere Messungen durch. Zum einen sammelte sie Staubproben. Das allein deutet aber nicht auf Ringe hin, man hatte auch so etwas Staub erwartet. Andere Experimente beobachteten Rheas Einfluss auf Saturns Magnetosphäre und schlossen eine Atmosphäre um den Mond aus. Der entscheidenden Hinweis auf die Ringe kam vom

Magnetospheric Imaging Instrument, dass eine Abnahme der Zahl der Elektronen in der Umgebung registrierte, als Cassini sich Rhea näherte. Irgendetwas schien die Elektronen von Rhea abzuschirmen. Außerdem gab es kurze, starke Abfälle, die durch Ringe um Rhea erklärt werden können. Dies ähnelt der Entdeckung des Ringsystems des Planeten Uranus, das man dadurch entdeckte, dass die Helligkeit eines Sternes stark schwankte während er von den Ringen bedeckt wurde.

Als die Raumsonde sich von dem Mond entfernte, stellte sie dasselbe Muster wie bei der Annäherung fest. Aufgrund dieser Symmetrie schlossen die Astronomen auf ein Ringsystem. Durch Simulationen fanden sie heraus, dass Rhea über längere Zeit Ringe besitzen könnte, ohne dass diese durch Saturns Gravitation gestört werden. Eine mögliche Erklärung für die Entstehung solcher Ringe wäre, dass die Ringe Überreste einer Kollision mit einem Asteroiden oder Kometen sind. Dabei wurden Gas, Gesteinsbrocken und Staub aufgewirbelt und um den Mond verteilt. Die Trümmer ordneten sich im Laufe der Zeit zu einem Ringsystem an.

Rhea hat einen Durchmesser von 1.500 Kilometern. Die entdeckte Trümmerscheibe, in der sich mindestens ein Ring befindet, erstreckt sich mehrere tausend Kilometer um den Mond und beherbergt sowohl kleinere Gesteinsbrocken als auch größere Felsen. Rhea wird nun zu einem interessanten Forschungsobjekt, da man die Existenz der Ringe auch mit anderen Methoden nachweisen möchte.

NASA/JPL/Space Science Institute
Enceladus
(Bild: NASA/JPL/Space Science Institute)

In der nächsten Woche wird sich Cassini jedoch auf einen anderen Mond konzentrieren: Die Raumsonde wird sich am 12. März 2008 Enceladus bis auf 23 Kilometer nähern. Enceladus weist einige außergewöhnliche Eigenschaften auf. Seine Oberfläche ist mit Wassereis bedeckt. Dadurch reflektiert er fast alles Sonnenlicht, das auf ihn trifft. Während einige Regionen alt und von Kratern übersät sind, finden sich andere Regionen, die geologisch jung erscheinen. Beim letzten Vorbeiflug im Juli 2005 entdeckte Cassini zur Überraschung aller Forscher jedoch eine im Vergleich zum Rest des Mondes heiße Region um dessen Südpol. Dort befinden sich lange Streifen, aus denen Wasserdampf und Eispartikel aus dem Inneren des Mondes strömen. Wie diese Fontänen entstehen und woher die Wärme in dieser Region kommt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise existiert unter der Eisschicht flüssiges Wasser. Beim bevorstehenden Vorbeiflug können hoffentlich weitere Daten gesammelt werden, die zur Lösung dieses Rätsels beitragen. 

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