Saturnmond Nr. 60 entdeckt

Für Cassini ist es der fünfte neue Mond, insgesamt erhöht sich die Zahl der bekannten Saturnmonde jetzt auf 60: Cassinis Weitwinkelkamera hat Bilder von einem neuen Saturnmond aufgenommen.

Ein Beitrag von Kirsten Müller. Quelle: NASA JPL.

Beim Auswerten von Aufnahmen der Region um die Saturnmonde Methone und Pallene fiel dem Cassini-Wissenschaftler Carl Murray von der Queen-Mary-Universität London etwas ins Auge, das er auf den ersten Blick nicht zu deuten wusste.
Der neu entdeckte Mond erschien zunächst als sehr schwacher Punkt in einer Reihe von Bildern, die Cassini am 30. Mai 2007 von Saturns Ringsystem gemacht hatte. Nachdem sie ihn entdeckt hatten, spielten Murray und seine Kollegen interplanetare Detektive und durchsuchten die gesamte, große Sammlung von Cassini-Bildern nach weiteren Hinweisen auf den neuen Mond.

NASA JPL
Aufnahme des neuen Mondes. Eine Videosequenz des den Saturn umkreisenden Trabanten finden Sie hier.
(Bild: NASA JPL)

Das intensive „Durchflöhen“ hat sich gelohnt. Der Mond ist auf Bildern vom Juni 2004 bis Juni 2007 eine Vielzahl weitere Male aufgenommen worden. „Mit diesen neuen Daten sind wir in der Lage, für den Mond einen Orbit zu berechnen“, sagt Murray. „Es ist aus verschiedenen Gründen wichtig, jederzeit zu wissen, wo sich die Monde befinden.“

Einer der wichtigsten Gründe für Cassini, diese bisher unbekannten Himmelskörper zu fotografieren und ihre Bahn vorauszusagen, ist die Vermeidung einer eventuellen Kollision. Außerdem hilft jede neue Entdeckung, das Saturn-Ringsystem und die Wechselwirkungen seiner Milliarden und Abermilliarden Bestandteile miteinander besser zu verstehen. Zudem können die Cassini-Wissenschaftler mit jedem neu entdeckten Mond zukünftige wissenschaftliche Experimente besser planen, sobald sich die Gelegenheit bietet.

Bis sich ein passenderer Name findet, trägt der Mond den eher unromantischen Arbeitstitel „Frank“. Er ist etwa 2 km breit und besteht, wie viele seiner Nachbarn, größtenteils aus Eis und Fels. Seine Umlaufbahn liegt zwischen denen von Methone und Pallene, sein Orbit ist in Resonanz mit dem des Mondes Mimas. Möglicherweise gehören „Frank“ und seine Nachbarn zu einer größeren Gruppe von Monden in dieser Region.

„Als Cassini 1997 gestartet wurde, kannten wir erst 18 Saturnmonde“, so Murray. „Inzwischen hat sich diese Zahl mithilfe von Cassini und von irdischen Teleskopen mehr als verdreifacht. Jede neue Entdeckung ist ein weiteres neues Puzzlestück und eine weitere neue Welt zum Erforschen.“

Eine Möglichkeit, „Frank“ genauer unter die Lupe zu nehmen, wird sich Murray und seinen Kollegen im Dezember 2009 bieten, wenn sich Cassini dem 60. Mond auf bis zu 11 700 km nähert.

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