SDO bekommt Startmöglichkeit im Herbst 2009

Des einen Leid, des anderen Freud: Die Verschiebung des Missionsbeginns für das MSL (Mars Science Laboratory) ermöglicht es der NASA, das Sonnenobservatorium SDO (Solar Dynamics Observatory) früher als zwischenzeitlich vorgesehen in den Weltraum zu bringen, berichtete die amerikanische Raumfahrtagentur am 17. Dezember 2008.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA.

NASA GSFC
SDO im GSFC
(Bild: NASA GSFC)

SDO wurde vom Goddard Space Flight Center (GSFC) der NASA in Greenbelt, Maryland, gebaut und sollte am 26. Januar 2010 auf einer Atlas-5-Rakete in einen geosynchronen Transferorbit (GTO) gebracht werden. Von dort aus sollte SDO unter Einsatz eigener Triebwerke einen runden geosynchronen Orbit in 36.000 Kilometern über der Erdoberfläche mit 28,5 Grad Bahnneigung gegen den Äquartor und einer Position bei 102 Grad West erreichen.

Ein Start des Observatoriums könnte nach Stand der Dinge nun in einem Zeitraum zwischen dem 8. Oktober und dem 6. November 2009 von der Startrampe SLC-41 auf Cape Canaveral erfolgen. Das Raumfahrzeug ist bereits fertiggestellt und hat Vibrations- und Akustiktests und solche unter besonders hohen und sehr niedrigen Temperaturen bestanden. Im Sommer 2009 will man SDO zum Startgelände Cape Canaveral in Florida bringen. In den kommenden Monaten werden sich Wissenschaftler und Ingenieure mit Simulationsläufen auf die Mission von SDO vorbereiten.

SDO soll den Einfluss der Sonne auf die Erde und den erdnahen Raum erforschen. Dazu will man die extreme ultraviolette Strahlung von der Sonne messen, seismische und magnetische Veränderungen der Sonne aufzeichnen und die volle Sonnenscheibe in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen abbilden. Auch das Verständnis der dynamischen Prozesse in der Sonne soll so erweitert werden.

Die wissenschaftliche Nutzlast wiegt bei 3.100 Kilogramm Startgewicht 270 Kilogramm. 1.400 Kilogramm des Gesamtgewichtes des dreiachsstabilisierten Raumfahrzeuges entfallen auf den Treibstoff. Geplant ist zunächst eine Missionsdauer von fünf Jahren und drei Monaten, durch die Mitnahme von ausreichend Treibstoff sollen maximal zehn Jahre Betrieb möglich sein. Das Observatorium ist Bestandteil von NASAs “Living With a Star”-Programm.

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