Sojus TMA-9 umgeparkt

Diese Woche setzte die Expedition Crew 14 die Sojus TMA-9 zur Vorbereitung der Ankopplung der Progress M-58, die Ausrüstungsgegenstände und Versorgungsgüter zur International Space Station transportieren wird, zu einem anderen Kopplungsstutzen um.

Ein Beitrag von Michael Schumacher

Die Expedition Crew 14 (EC-14), zu der Commander (CDR) und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Michael Lopez-Alegria, Flight Engineer (FE) Michail Tjurin und FE Thomas Reiter zählen, begaben sich am 10. Oktober 2006 in die Sojus TMA-9 und bewegten sie vom Service Module Swjesda zum Control Module Sarja. Die Sojus TMA-9, die von Tjurin gesteuert wurde, koppelte um 14:14 Uhr Eastern Standard Time (EST) vom hinteren Kopplungsstutzen des Service Module Swjesda ab und koppelte um 14:34 Uhr EST an den zur Erde zeigenden Kopplungsstutzen des Control Module Sarja. Das Umsetzen des Sojus-Weltraumfahrzeuges war eine routinemäßige Prozedur vor dem Start und der Ankopplung eines neuen Progress-Weltraumfrachters. Die Progress M-58 wird am 23. Oktober 2006 um 08:40 Uhr EST vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abheben. Am 26. Oktober 2006 um 09:36 Uhr EST wird die Progress M-58 mit 2.200 Kilogramm Ausrüstungsgegenständen und Versorgungsgütern an Bord an den geräumten Kopplungsstutzen des Service Module Swjesda ankoppeln.

Am 12. Oktober 2006 feierte Reiter seinen 100. Tag in der Erdumlaufbahn. Anders wie Lopez-Alegria und Tjurin startete Reiter, deutscher Weltraumfahrer der European Space Agency (ESA) am 04. Juli 2006 mit dem Space Shuttle Discovery im Rahmen der Mission Space Transportation System 121 (STS-121) und wird von Sunita Williams abgelöst werden, die am 07. Dezember 2006 mit dem Space Shuttle Discovery zur Mission STS-116 starten wird. Reiters Rückkehr ist nach insgesamt 167 Tagen im Weltraum am 18. Dezember 2006 geplant.

Die Sauerstoffversorgung für die Weltraumstationsatmosphäre wird durch die Tanks am Joint Airlock Module (JAM) Quest sichergestellt, während das System zur Sauerstoffgenerierung Elektron weiterhin abgeschaltet bleibt. Die Teile zur Reparatur von Elektron werden mit der Progress M-58 zur ISS gebracht. Außerdem wurde das Control Moment Gyroscope 3 (CMG-3) nach starken auftretenden Vibrationen am 09. Oktober 2006 heruntergefahren. Die drei verbleibenden CMGs reichen aus, um die Ausrichtung der ISS im Weltraum zu gewährleisten. Zumindest für den Moment. Denn zunächst müssen die Missionskontrolleure die Auswirkungen des Herunterfahrens des CMG-3 auf die Arbeitsabläufe der Mission STS-116 untersuchen. Während der dritten Extravehicular Activity (EVA) der Mission STS-116 müssen CMG-1 und CMG-4 abgeschaltet werden, weil elektrische Kabel neu angeschlossen werden, die die elektrische Energie aus den Solarzellenflügen zwei von vier Hauptstromkreisen zuführen. Zwei CMGs sind das absolute Minimum, um die ISS auszurichten. Falls zu diesem Zeitpunkt CMG-3 weiterhin nicht zur Verfügung steht, muss die Ausrichtung der ISS durch CMG-2 und außerdem durch Treibstoff verbrauchende Steuertriebwerke gewährleistet werden. Aber die Steuertriebwerke erschüttern auch die Struktur der neu montierten Integrated Truss Structure (ITS) Port 4 (P4), deren Solarzellenflächen sich drehen, um die Sonne zu verfolgen. Während der Arbeiten müssen die Solarzellenflächen auf die Sonne ausgerichtet werden, um die notwendige Energie zu liefern und bis jetzt ist nicht geklärt, ob die Masten, die die Solarzellenflächen stützen, während dem Drehen die Erschütterungen der Steuertriebwerke aushalten können.

Abhängig von den Ergebnissen der laufenden Untersuchungen, könnte das CMG-3 einerseits wieder für die EVA hochgefahren werden und ansonsten weiter heruntergefahren bleiben und als Reserve zur Verfügung zu stehen. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Solarzellenflächen während der EVA in der günstigsten Position festzustellen. Zurzeit gibt es außerdem keinen Ersatz für das CMG-3. CMG-1, das am 08. Juni 2002 ausfiel, während der Mission STS-114 am 01. August 2006 ausgetauscht wurde und zur Erde zurückgebracht wurde, wird zurzeit aufgearbeitet und könnte wiederum zum Austausch des CMG-3 während einer späteren Space Shuttle-Mission zur ISS transportiert werden.

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