Stardust hat Tempel 1 im Visier

NASAs Kometensonde Stardust hat erste Bilder des Kometen Tempel 1 zur Erde übermittelt, berichtete das Jet Propulsion Laboratory (JPL) aus Pasadena in Kalifornien am 26. Januar 2011.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: JPL. Vertont von Peter Rittimger.

NASA(JPL Caltech
Tempel 1 im Visier von Stardust
(Bild: NASA(JPL Caltech)

Am Valentinstag, dem 14. Februar 2011 wird Stardust bei der Passage von Tempel 1 den geringsten Abstand zu dem Kometen haben. Dann wird Stardust in rund 200 Kilometern Abstand am Nukleus des Kometen vorbeiziehen. Die jüngst aufgenommenen Bilder des Kometen entstanden in Abständen von 26,3 und 25,4 Millionen Kilometern am 18. und 19. Januar 2011.

Aus einer Reihe von Einzelbildern der Navigationskamera von Stardust wurde das Kompositbild zusammengesetzt, dass das JPL veröffentlichte. Neue Bilder will man benutzen, um Stardusts Kurs exakter als bisher zu bestimmen. Rund 950.000 Kilometer pro Tag verringert sich der Abstand der Sonde zu Tempel 1 derzeit. Am Tag des Vorbeiflugs möchte man die Navigationskamera 72 hochauflösenden Bilder der Oberflächenstrukturen des Kometen schießen lassen. Im Juli 2005 hatte die NASA-Sonde Deep Impact Tempel 1 bereits besucht, und man ist daran interessiert, zu erfahren, wie sich die Oberfläche des Kometen in den letzten fünfeinhalb Jahren verändert hat.

JPL
Stardust im All – Illustration
(Bild: JPL)

Seit dem 7. Februar 1999 ist Stardust im Weltraum unterwegs. Am 15. Januar 2006 gelang es der Sonde, eine Rückkehrkapsel mit Proben aus der Koma des Kometen Wild 2 abzusetzen, deren Landung auf der Erde erfolgreich verlief. Da Stardust nach Abschluss ihrer Primärmission weiter einsatzfähig war, wurde beschlossen, sie auf eine Bahn Richtung Tempel 1 zu steuern. In Anbetracht der neuen Aufgabe wurde der Name der Sonde ergänzt. In der Missionsbezeichnung Stardust-NExT steht NExT für New Exploration of Tempel, übersetzt neuerliche Erkundung von Tempel.

Neben den hochauflösenden Bildern von der Oberfläche Tempels erwarten die Wissenschaftler auf der Erde auch Daten aus der Koma des Kometen. Die Zusammensetzung, die Verteilung der Partikelgrößen und der Fluss des Staubes, der von der Kometenoberfläche auf der sonnenzugewandten Seite des Kometen in die Koma sublimiert, sollen gemessen werden. Davon verspricht man sich Erkenntnisse über den Entwicklungsprozess und die Entstehung von Kometen wie Tempel 1 vor rund 4,6 Milliarden Jahren.

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