STS 134: Dritter Außenbordeinsatz beendet

Andrew Feustel und Mike Fincke arbeiteten erneut für 6 Stunden und 54 Minuten an der Außenseite der Raumstation und installierten, unter anderem, einen Haltegriff für den Roboterarm der Raumstation am russischen Segment.

Ein Beitrag von Thomas Pallmann. Quelle: Nasa. Vertont von Peter Rittinger.

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Feustel und Fincke im Einsatz
(Bild: Nasa)

Die Besatzung wurde um 01:56 Uhr MESZ mit dem Lied „Real World“ von Matchbox 20 geweckt. Das Lied wurde Shuttlepilot Gregory Johnson gewidmet.

Nach zwei eher ruhigen Tagen, in denen die Crew wieder Kraft schöpfen konnte und kleinere Wartungsarbeiten im Inneren der Station durchgeführt hat, stand für heute der dritte Außenbordeinsatz der Mission auf dem Programm. Im Gegensatz zu den ersten beiden Einsätzen veränderte das Planungsteam am Boden die Vorbereitungen auf den heutigen Einsatz. Anstelle des sogenannten „Campouts“, bei dem die Astronauten über Nacht in der Luftschleuse schlafen und so den Stickstoffgehalt im Blut senken, wurde das sogenannte ISLE-Verfahren angewandt. ISLE, was für In-Suit Light Exercise steht, erlaubt den Astronauten ganz normal in der Station zu schlafen und hat so den Vorteil, dass bei einem eventuellen Fehlalarm an Bord die Prozedur, wie es beim Campout der Fall ist, nicht unterbrochen werden muss.

Um den Stickstoffgehalt des Blutes mit dem neuen Verfahren zu senken, atmen die Astronauten für eine Stunde puren Sauerstoff unter reduziertem Luftdruck und legen anschließend ihre Raumanzüge an. In den Anzügen vollführen sie dann für 50 Minuten leichte Übungen, um den Kreislauf anzukurbeln. Unterstützt wurden die beiden dabei wieder von Shuttlekommandant Mark Kelly und Missionsspezialist Greg Chamitoff. Um 07:43 Uhr MESZ begann dann offiziell der dritte Außenbordeinsatz der Mission.

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Auf dem Weg zur Arbeit
(Bild: Nasa)

Für die erste Aufgabe des Tages begaben sich die beiden Astronauten zum russischen Sarja-Modul und installierten dort eine Haltevorrichtung für den Roboterarm der Raumstation. Diese Power & Data Grapple Fixture (PDGF) genannte Vorrichtung ermöglicht es dem Roboterarm in Zukunft, auch auf die russische Seite der Raumstation zu wechseln, um dort Arbeiten zu erledigen.

Feustel und Fincke beendeten anschließend die Installation einer Funkantenne, die bereits während des ersten Außenbordeinsatzes der Mission begonnen wurde. Anschließend installierten sie einige Kabel am russischen Segment, um so die Redundanz des Stromsystems zu erhöhen.

Als nächstes dokumentierten die Astronauten den Zustand der Steuerdüsen am russischen Segment und schossen zahlreiche Fotos. Zum Abschluss des Außenbordeinsatzes nahm sich Drew Feustel eine Infrarotkamera aus der Luftschleuse und dokumentierte ein Experiment des US Air Force Research Lab, bei dem ein neues System zur Wärmeableitung getestet wird. Mike Fincke installierte unterdessen eine Schutzabdeckung an einem Gas Tank.

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Ein Blick zum russischen Segment
(Bild: Nasa)

Um 14:37 Uhr MESZ war dann der dritte Außenbordeinsatz beendet. Dies war Andrew Feustels letzter Außenbordeinsatz bei dieser Mission. In seiner Karriere verbrachte er insgesamt 42 Stunden und 18 Minuten, verteilt auf sechs Einsätze, in einem Raumanzug im All. Für Mike Fincke war es der achte Einsatz. Er wird zusammen mit Greg Chamitoff am Freitag den letzten Ausstieg der Mission durchführen.

Am Boden entschied sich derweil das Mission Management Team gegen einen möglichen Extra-Tag für die Endeavour. Hauptgrund für die Entscheidung war der Einwand des Astronautenbüros, dass die Mission schon von Grund auf sehr lang und stressig für die Crew ist und ohne einen wichtigen Grund nicht verlängert werden sollte.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 340 Kilometern. Die Besatzung soll um 01:56 Uhr MESZ für ihren 11. Flugtag geweckt werde. Neben einer routinemäßigen Inspektion des Hitzeschildes, wird die Besatzung auch die traditionelle gemeinsame Pressekonferenz mit der Besatzung der Internationalen Raumstation durchführen.

Raumcon:

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