WINDS: Probleme mit der Rakete

Wie die JAXA am 13. Februar bekanntgab, muss der Start der H-IIA F14, die den Highspeed-Internetsatelliten WINDS tragen sollte, verschoben werden.

Ein Beitrag von Markus Rösken. Quelle: JAXA.

WINDS im All – Illustration. (Bild: JAXA)

In der Nacht des 12. Februar wurde während des Betankungsvorganges an der zweiten Stufe der Rakete ein Fehler in der Höhenkontrolle entdeckt. Der Start der Rakete wurde bis auf weiteres verschoben. Der Start soll zu den wenigen der JAXA im Jahr 2008 gehören (Raumfahrer.net berichtete)
Allerdings kann es sich bei der Verzögerung nur um Tage handeln, da Japan für seine Starttermine nur kleine Zeitfenster zur Verfügung hat. Im Vergleich zu Amerika oder Russland steht der JAXA keine großflächigen, nahezu unbewohnten Gebiete zur Verfügung, so dass sie auf Küstenregionen beschränkt ist. Durch die wichtige wirtschaftliche Bedeutung der Fischindustrie war es damals schwierig, sich mit der lokalen Bevölkerung und Politik über mögliche Starttermine zu einigen, da die Raketenstarts den Fischereibetrieb in hohem Maße zu stören drohten.

Schließlich kam es im August 1968 zu einer Einigung zwischen den Fischereibehörden der Kagoshima- und Miyazakipräfekturen und der Uni Tôkyô, welche dem Weltraumhafen für ihre Starts ein Zeitfenster von zwei Mal 45 Tagen im Jahr, von Januar bis Februar und von August bis September, zugestanden. Diese engen Zeiträume existieren heute noch und stellen ganz allgemein ein Problem für die japanische Raumfahrt dar, da dadurch alle Vorbereitungen einzig auf diese beiden kurzen Perioden fokussiert werden müssen.

Im Gegensatz zu den Programmen anderer Länder, die das ganze Jahr hindurch Startmöglichkeiten haben, erfordern diese geringen Startfenster ein hohes Maß an Genauigkeit und Disziplin bei der Arbeit. Außerdem werden dadurch einige Missionen erschwert oder sogar gänzlich unmöglich, da vor allem für Missionen zu anderen Planeten oder Asteroiden, die sich in regelmäßigen aber zeitlich großen Abständen der Erde nähern, nur eng begrenzte Startfenster von wenigen Tagen im Jahr bieten.

Dokumentationsvideo WINDS

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