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Autor: Thomas Weyrauch / 02. Juni 2010, 11:21 Uhr

Rockot transportiert SERVIS 2 ins All

Am Morgen des 2. Juni 2010 brachte eine Rockot-Rakete des in Bremen ansässigen, von Astrium und Chrunitschew gegründeten Joint Venture Eurockot den Technologieerprobungssatelliten SERVIS 2 in den Weltraum.

Quelle: Chrunitschew, Eurockot
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Chrunitschew

Bild vergrößernRockot-Start mit SERVIS 2 in Plesetsk
(Bild: Chrunitschew)
Der Start von SERVIS 2 für das japanische Institut für unbemannte, freifliegende Experimente im Weltraum USEF (Institute for Unmanned Space Experiment Free Flyer) erfolgte wie vorgesehen pünktlich um 3:59 Uhr MESZ. Der Transport von SERVIS 2 geschah beim 13. Einsatz einer Rockot-Rakete, deren erste und zweite Stufe Bestandteile ehemaliger Interkontinentalraketen des Typs SS-19 alias RS-18 sind. Die von Eurockot vermarktete, in Russland gebaute dreistuftige Rakete verließ mit der Nutzlast an der Spitze den Startbehälter auf der Startanlage 133/3 des Kosmodroms Plesezk im Norden Russlands und platzierte nach dem Ausbrennen der ersten beiden Stufen etwas über fünf Minuten nach dem Start die aus einer Breeze-KM-Oberstufe und dem Satelliten bestehende Orbitaleinheit auf der richtigen Bahn. Anschließend war es Aufgabe der Oberstufe, die Flugbahn weiter anzuheben, und mit einer zweiten Brennphase für eine Orbitzirkulierung zu sorgen.

USEF

Bild vergrößernSERVIS 2
(Bild: USEF)
Um 5:36 Uhr MESZ wurde SERVIS 2 von der Oberstufe auf der geplanten sonnensynchronen Bahn in rund 1.200 Kilometern Höhe, eine Stunden und 37 Minuten nach dem Start ausgesetzt. Nach einer an den Bahndaten der Oberstufe orientierten Schätzung von Chrunitschew liegt das Perigäum der erreichten Bahn 1.200,26 Kilometer über der Erde, das Apogäum bei 1.207,24 Kilometern über der Erde. Die Neigung der Bahn gegen den Äquator gibt Chrunitschew mit etwas über 100 Grad und 25 Winkelminuten an. Die Oberstufe Breeze-KM absolvierte nach der Abtrennung von SERVIS 2 unter Einsatz ihrer Korrekturtriebwerke noch eine weitere, zwei Minuten und vierzig Sekunden anhaltende Brennphase, um sich möglichst weit vom Satelliten und seiner Bahn zu entfernen.

Der Satellit zur Überprüfung von neuen Geräten und Techniken unter Weltraumbedingungen soll seine Aufgaben innerhalb einer ein Jahr dauernden Mission erfüllen. Es handelt sich dabei um das zweite Raumfahrzeug des Programms SERVIS, dessen Bezeichnung orientiert an dem Einsatzzweck der Satelliten für Space Environment Reliability Verification Integrated System steht. SERVIS 1 war am 30. Oktober 2003 durch eine Rockot-Rakete von Plesezk aus ins All gebracht worden.

Die Startmasse des mit einem Bus von Mitsubishi Electric ausgestatteten SERVIS 2 betrug 736 kg. Mit den beiden ausgefalteten Solarzellenauslegern erreicht der 2,32 Meter hohe Satellit im All eine Spannweite von 10,21 Metern. Von der erzeugten elektrischen Leistung, die am Ende der Auslegungsbetriebsdauer des Satelliten noch über 1,3 Kilowatt liegen soll, stehen mehr als 500 Watt für die an Bord des Raumfahrzeuges zu testenden Anlagen und Geräte zur Verfügung. Der dreiachsstabilisierte Satellit ist zum Zwecke der Lageregelung mit einem Hydrazin zersetzenden Einstofftriebwerkssystem ausgestattet. Die Missionssteuerung und -Kontrolle erfolgt durch ein USOC für USEF Space Operations Center genanntes Kontrollzentrum in Tokio. Für Bahnverfolgung und Kommunikation kommen Bodenstationen der japanischen Raumfahrtagentur JAXA zum Einsatz.

SERVIS 2 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36.587 und als Objekt 2010-023A.

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