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Autor: Thomas Weyrauch / 03. August 2013, 11:31 Uhr

INSAT 3D erreicht nach Problemen GSO

Nach technischen Schwierigkeiten hat der am 25. Juli 2013 gestartete Wettersatellit der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) INSAT 3D am 1. August 2013 einen annähernd Geosynchronen Orbit über der Erde erreicht.

Quelle: Astrium, ISRO, NDTV, THE HINDU, Times of India
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ISRO

Bild vergrößernINSAT 3D mit entfaltetem Solarzellenausleger in Bangalore
(Bild: ISRO)
Die Ariane-5-Rakete mit der Flugnummer VA214 hatte INSAT 3D erfolgreich in einem Geotransferorbit mit einem Perigäum von rund 35.947 Kilometern, einem Apogäum von rund 248 Kilometern und mit einer Bahnneigung gegen den Erdäquator von rund 3,5 Grad ausgesetzt. Vor anschließend durchzuführenden Manövern zur Anhebung der Bahn des Satelliten mit einer Startmasse von 2.061 Kilogramm kam es zu einem unerwarteten Verhalten des Raumfahrzeugs.

Nach Informationen aus Indien begann der Satellit, sich um sich selbst zu drehen, und Kommunikationsverbindungen zu INSAT 3D brachen schließlich ab. Außerdem gab es keine Bahnverfolgungsdaten. Das Problem trat nach Angaben der Times of India unmittelbar nach dem Entfalten des Solarzellenauslegers des Satelliten auf.



INSAT 3D mit Solarzellenausleger in Startposition ...
ISRO

... und entfaltet (Illustration)
(Bilder: ISRO)
Mittlerweile befindet sich der Satellit wieder unter Kontrolle, und hat die geplante Flughöhe nach drei Brennphasen seines mit Monomethylhydrazin (MMH) als Brennstoff und einer Mischung aus Stickstoffoxiden (MON-3) als Oxidator betriebenen Hauptantriebs im Wesentlichen erreicht. Die ISRO nannte am 1. August 2013 ein Perigäum von 35.469 Kilometern und ein Apogäum von 35.799 Kilometern über der Erde, sowie eine verbliebene Bahnneigung gegen den Erdäquator von 0,23 Grad.

Die vorgesehene Position im Geostationären Orbit muss der Satellit noch ansteuern. Ob er dort in vollem Umfang eingesetzt werden kann, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar. Aktuell ist nicht bekannt, ob in Folge der aufgetretenen Anomalie Beschädigungen an Systemen des Satelliten entstanden sind. Im Rahmen der Wiedererlangung der Kontrolle über den Satelliten und bei den Manövern zur Bahnanhebung sind nach Angaben aus Indien Reservesysteme an Bord benutzt worden. THE HINDU meldete, dass einer der beiden Kommandoempfänger an Bord des Satelliten endgültig versagt hat.

In rund einer Woche werde INSAT 3D sehr wahrscheinlich arbeitsbereit sein, äußerten am Projekt beteiligte Wissenschaftler aus Indien gegenüber dem Fernsehnetzbetreiber NDTV. Ob es sich dabei nicht um eine übertrieben optimistische Einschätzung handelt, wird sich zeigen.

Die ISRO berichtete, man arbeite an der Positionierung des Satelliten, er werde am 6. August 2013 die geplante Position bei 82 Grad Ost im Geostationären Orbit erreichen. Am 8. August 2013 will die ISRO ein sechs-kanaliges bildgebendes System, ein Atmosphären-Messgerät mit 19 Kanälen sowie an Bord befindliche Komponenten des internationalen Such- und Rettungssystems COSPAS-SARSAT aktivieren.

Zur Untersuchung des Vorfalls wurde eine Untersuchungskommission unter Vorsitz eines ehemaligen Leiters des ISRO-Erdsatellitenzentrums (ISRO SAC), T. K. Alex, gebildet.

INSAT 3D ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 39.016 und als COSPAR-Objekt 2013-038B.

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