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Autor: Eric Honstrass / 03. September 2006, 11:39 Uhr

SMART-1 auf dem Mond aufgeschlagen

Die Mission SMART-1 war Europas erste Mission zum Mond. Da ihr der Treibstoff ausging, wurde die Sonde kontrolliert zum Absturz gebracht, um den Aufschlag möglichst beobachten zu können. Dies ist gelungen.

ESA
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ESA - C.Carreau

Bild vergrößernKünstlerische Darstellung der letzten Phase der Mission.
(Bild: ESA - C.Carreau)
Am heutigen 03. September schlug SMART-1 (Small Mission for Advanced Research and Technology - kleine Mission für fortgeschrittene Forschung und Technologie) planmäßig in einem „Lake of Excellence“ genannten Gebiet der Mondoberfläche auf und beendete somit die erfolgreiche Mission, während derer der Mond etwa eineinhalb Jahre lang eingehend untersucht und neue Technologien getestet wurden.

Um 7:42:22 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit, mit weniger als einer Minute Abweichung vom vorhergesagten Zeitpunkt, verlor die Kontakt haltende Bodenstation New Norcia in Australien die Verbindung und bestätigte den Aufprall an das Europäische Raumfahrtkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt. Die Sonde schlug in sehr flachem Winkel mit einer Geschwindigkeit von etwa 2 Kilometern pro Sekunde (ca. 7200 km/h) in einem nicht von der Sonne beleuchteten Gebiet ein, das aber von der Erde aus sichtbar war. Dieser Ort und die Zeit waren sorgfältig ausgewählt worden, um eine erdgebundene Beobachtung des Einschlages zu ermöglichen. Um die Sonde dorthin zu befördern, wo sie heute Morgen einschlug, waren in den vergangenen Wochen und Monaten mehrere Kurskorrekturen nötig, von denen die letzte erst vorgestern stattfand.

Canada-France-Hawaii-Telecope

Der Aufschlag von SMART-1 auf dem Mond, beobachtet mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop.
(Bild: Canada-France-Hawaii-Telescope/2006)
Observatorien, Hobby- und Berufsastronomen aus der ganzen Welt richteten heute ihre Geräte auf den Mond aus, um den durch den Einschlag verursachten, schwachen Blitz zu beobachten. Aufgrund der recht geringen Masse der kleinen Sonde (zusammengefaltet hatte sie etwa die Größe eines Kühlschrankes) und der relativ niedrigen Aufprall-Geschwindigkeit erwartete man keinen mit dem bloßen Auge sichtbaren Einschlag. Die Auswertungen der großen Observatorien werden für die nächsten Tage erwartet.

Update: Das Canada-France-Hawaii-Teleskop auf dem Mauna Kea auf Hawaii hat gemeldet, den Blitz beobachtet zu haben, und auch ein Bild veröffentlicht, zusammen mit weiteren Bildern, die zeigen, dass in dem Gebiet unmittelbar vor und nach dem Blitz alles ruhig ist.

ESA/CNES/Arianespace - Service optique CSG

Bild vergrößernBei dem ARIANE Flug 162 war SMART-1 eine von drei Nutzlasten
(Bild: ESA/CNES/Arianespace - Service optique CSG)
Die ursprünglich geplante Dauer von sechs Monaten für die Mondbeobachtung durch die europäische Sonde wurde durch die ESA um ein Jahr verlängert, wodurch innovative Beobachtungsmodi durchgeführt und erprobt werden konnten. Das Hauptziel der Mission war die erstmalige Erprobung eines Ionentriebwerks (solarelektrischer Antrieb) im Weltraum für einen interplanetaren Flug und die Einbringung in die Umlaufbahn um einen anderen Himmelskörper in Kombination mit Manövern zur Nutzung des Gravitationsbeschleunigungseffektes. Darüber hinaus wurden auch interplanetare Kommunikationstechniken für Raumfahrzeuge, Techniken zu deren selbständiger Navigation und miniaturisierte wissenschaftliche Instrumente getestet.

Die Mission war sowohl für die ESA als auch für die beteiligten Unternehmen ein voller Erfolg und unterstreicht wieder einmal eindrucksvoll die internationale Konkurrenzfähigkeit der Europäischen Raumfahrtbehörde und der europäischen Raumfahrtindustrie.
 
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