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Autor: Günther Glatzel / 03. November 2012, 13:02 Uhr

Lutsch 5B und Jamal 300K mit Proton gestartet

Die beiden Satelliten befinden sich auf dem Weg in die Geostationäre Umlaufbahn (GEO). Sie starteten gestern Abend, gegen 22.04 Uhr MEZ an Bord einer Trägerrakete des Typs Proton-M mit Bris-M-Oberstufe.

Quelle: Roskosmos, Skyrocket, Raumcon
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Roskosmos

Proton-M beim Start
(Bild: Roskosmos)
Lutsch 5B wird Teil eines Bahnverfolgungs- und Datenübertragungssystems der Raumfahrtagentur Roskosmos zwischen Erdorbit und Bodenstationen. Dazu werden insgesamt 3 Satelliten auf weit auseinander liegenden Positionen im GEO verteilt. Geplant sind Positionen bei 16 Grad West, 95 und 167 Grad Ost. Im Dezember 2011 wurde Lutsch 5A gestartet (16° West), ein dritter Satellit, Lutsch 4, soll im nächsten Jahr folgen.

Aus dem Geostationären Orbit kann man praktisch Nachrichten von jeweils einem Drittel der Erdoberfläche empfangen und weiterleiten. Die beweglichen Antennen des Satelliten können hingegen präzise nachgeführt und somit auf einen Satelliten ausgerichtet werden. Dieser sendet dann nicht nach unten zur Eroberfläche, sondern nach oben zur Position des Relaissatelliten. Von diesem aus können Daten direkt zu einer Bodenstation gesendet werden. Dies eröffnet die Möglichkeit zu einem beinahe ständigen Funkkontakt. Benötigt wird dies insbesondere für datenintensive Missionen wie die wissenschaftlicher Satelliten oder bemannter Raumschiffe und Stationen.

Versuchssatelliten im Lutsch-Programm gab es bereits seit 1985. Insgesamt wurden bis 1995 fünf derartige Satelliten gestartet, die aber nur relativ kurz funktionierten. Der letzte Satellit dieser Serie, Lutsch 2, fiel bereits 1998 aus. Datenintensive Kommunikation zwischen der Internationalen Raumstation (MKS = Meschdunarodnaja Kosmitscheskaja Stanzija) und Bodenstationen lief seitdem immer über entsprechende Einrichtungen im US-basierten Teil der Station. Vor wenigen Wochen allerdings wurde ein System zur Lasekommunikation zwischen Station und der Erde erfolgreich getestet (Raumfahrer.net berichtete).

Die USA verfügen seit den 1980er Jahren über ein erdumspannendes Netz aus Datenrelaissatelliten des Typs TDRS (Tracking and Data Relay Satellites). Das erste derartige Raumfahrzeug startete 1983, insgesamt wurden 10 TDRS gestartet, davon 7 der ersten und 3 der zweiten Generation. Drei neue Satelliten sind für die nächsten Jahre geplant. Auch China besitzt seit kurzem ein solches Datenrelaissatellitennetz (Tianlian), welches insbesondere bei Raumflügen im Zusammenhang mit Tiangong 1, der ersten chinesischen Station im Orbit, zum Einsatz kam.

Die beiden Satelliten der Serie Lutsch 5 basieren auf dem Satellitenbus Ekspress 1000A von Reschentnjow und haben Massen von nur etwa 1,1 t. Kommunikation erfolgt mit 5 MBit/s im S- und etwa 150 MBit/s im Ku-Band. Die Satelliten sollen 10 Jahre lang funktionieren. Beide können auch Signale des Systems COSPAS/SARSAT empfangen und weiterleiten. Dieses System dient dazu, die Positionen in Not geratener Flugzeuge und Schiffe weiterzugeben.

Jamal 300K ist ein Kommunikationssatellit, der als Ersatz für die gestrichenen Satelliten Jamal 301 und 302 bei Reschetnjow gebaut wurde und auf dem Satellitenbus Ekspress 1000N basiert. Der beim Start 1.640 kg schwere Satellit ist mit jeweils 8 Transpondern für C- bzw. Ku-Band ausgestattet und soll bei 90 Grad Ost positioniert werden. Hauptaufgaben werden die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen, Telefonübertragungen, Internet-Dienste und die Übermittlung großer Datenmengen sein.

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