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Autor: Günther Glatzel / 08. Januar 2014, 21:15 Uhr

Gaia hat Zielorbit erreicht

Gaia ist nun in einem weiten Lissajous-Orbit um den Lagrangepunkt L2 des Sonne-Erde-Systems angekommen, nachdem gestern Abend ein Bremsmanöver absolviert worden war. Zudem wurden die Detektorchips aktiviert und erstmals Sternenlicht auf diese gelenkt.

Quelle: ESA
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ESA

Bild vergrößernGaia untersucht die Sterne unserer Galaxie - Impression
(Bild: ESA)
Dabei haben alle Ergebnisse den Erwartungen entsprochen. Der Orbit liegt in einem Bereich von 263.000 x 707.000 x 370.000 km um L2 in etwa 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde. In der nächsten Woche wird ein weiteres Korrekturmanöver durchgeführt, um die Position zu stabilisieren.

Zur Aktivierung der 7 Videosteuerungseinheiten und der 106 Detektorchips wurden mehr als 20.000 Einzelkommandos gegeben und die jeweiligen Resultate zwischenzeitlich ausgewertet. Die gesamte Prozedur nahm am 3. Januar vier bis 5 Stunden in Anspruch und war bis etwa 17 Uhr MEZ so weit abgeschlossen, dass Kalibrierungs- und Messdaten erzeugt wurden.

Zunächst stammten diese vom Basiswinkelsensor, mit dem der Winkel zwischen den beiden Hauptspiegeln mit großer Genauigkeit unter Zuhilfenahme eines durch einen Laser erzeugten sogenannten künstlichen Sterns, bestimmt wird. Über Veränderungen im Interferenzmuster des zuvor geteilten, über verschiedene Spiegel und Filter geleiteten und schließlich wieder vereinten Strahls lässt sich eine Winkelvarianz ermitteln, die einem Hunderttausendstel der Größe eines Pixels entspricht. Dies ist eine bisher unerreichte Präzision. Anschließend wurden auch erste Bilder übertragen, die aufgrund der noch fehlenden Rotation der Raumsonde aber nur Kalibrierungszwecken dienten und in erster Linie Störsignale durch auf die Sensoren auftreffende geladene Partikel zeigten. Diese müssen später aus den Daten herausgerechnet werden. Also ist auch deren genaue Kenntnis erforderlich.

Gaia soll im Laufe von gut 5 Jahren dem gesamten Himmel während einer langsamen Rotation 70 Mal abscannen und dabei die Positionen, Helligkeiten, Bewegungsrichtungen und -geschwindigkeiten sowie Spektren von etwa einer Milliarde Sternen unserer Galaxie mit höchter Präzision erfassen. Nebenprodukte sind dabei Asteroiden und Kometen in unserem Planetensystem sowie leuchtstarke Objekte außerhalb unserer Sterneninsel. Insgesamt verfügen die Sensoren des Weltraumteleskops über knapp 1 Milliarde Bildelemente (1 Gigapixel).

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