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Autor: Günther Glatzel / 08. Dezember 2012, 20:35 Uhr

Auftrag für weiteres ISS-Modul vergeben

Am 6. Dezember veröffentlichte RKK Energija in einer Meldung, dass Roskosmos die Firma beauftragt hat, Entwicklung und Bau eines weiteren russischen Moduls für die Internationale Raumstation zu beginnen.

Quelle: Energija, Roskosmos
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Energija

Bild vergrößernDas geplante Wissenschafts- und Energiemodul NEM - Impression (Bild: Energija)
Dabei handelt es sich um ein Modul, welches gleichermaßen der Wissenschaft und der Energieversorgung dient. Es besteht aus zwei deutlich unterschiedlichen Sektionen. Im druckbeaufschlagten zylindrischen Teil mit etwa 4,30 Metern Außendurchmesser und ca. 5,80 Metern Länge sollen verschiedene Einrichtungen die wissenschaftliche Ausbeute der Arbeit an Boder der Station deutlich erhöhen, aber auch Stauraum und Komfort für die Kosmonauten zur Verfügung stellen. Die erste Sektion verfügt zudem an einem Ende über einen kegelstumpfartigen Teil, der einen Kopplungsadapter besitzt, mit dem das Modul am gegenwärtig im Bau befindlichen Knotenmodul angedockt wird.

Die zweite Sektion steht nicht unter Druck, beherbergt aber Batterien, Regelungstechnik, Radiatoren und Solarzellenausleger. Diese sind um zwei Achsen drehbar, so dass die Solarzellenflächen immer optimal auf die Sonne ausgerichtet werden und eine Leistung von geplanten 18 kW liefern können.

Für Entwicklung und Bau des Moduls stehen Energija bis Ende 2015 etwas mehr als 15 Milliarden Rubel zur Verfügung. Man will dieses Geld nutzen, um ein zeitgemäßes Modul einer neuen Generation mit modernster Technik an Bord zu schaffen. Die Zeit ist dafür allerdings knapp bemessen. Der Start des Moduls mit der Bezeichnung NEM 1 (NEM für Nautschno-Energitscheski Modul = Wissenschafts- und Energiemodul) ist bereits für 2016 vorgesehen. Immerhin soll das Modul ja noch einige Jahre an der ISS genutzt werden.

Energija hatte die Ausschreibung gegen Chrunitschew gewonnen, obwohl letztere einen niedrigeren Preis angegeben hatten. Allerdings gab es bei Chrunitschew in der Vergangenheit erhebliche Probleme mit der Fertigstellung des Moduls Nauka (sprich: Na-u-ka). Dieses wurde nun für Endkontrolle und Startvorbereitung an Energija übergeben und soll im Dezember 2013 ins All transportiert werden. 2014 soll dann ein neuartiges, kugelförmiges Knotenmodul folgen, an dem insgesamt 6 Kopplungsaggregate für Raumschiffe und weitere Module, darunter das NEM, zur Verfügung stehen. Ende nächsten Jahres soll zudem ein Auftrag für die Fertigung eines zweiten NEM vergeben werden.

Gegenwärtig spricht man außerdem davon, dass die neuen Module auch bei einer künftigen russischen Raumstation noch eine Rolle spielen könnten, also von der ISS abgekoppelt würden. Genauer will man ab dem nächsten Jahr darüber diskutieren.

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