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Autor: Thomas Weyrauch / 11. September 2010, 09:08 Uhr

SinoSat 6 leckt

SinoSat 6, ein am 4. September 2010 auf eine Erdumlaufbahn gebrachter chinesischer Kommunikationssatellit, leidet unter einer Undichtigkeit eines Systems, das den erforderlichen Treibstoffdruck an Bord sicherstellen soll.

Quelle: JSR, Raumcon, Satellite News, Space News
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Der jüngst gestartete SinoSat 6 hat Informationen aus der Raumfahrtindustrie Chinas zufolge ein Heliumleck. Das Helium wird in dem auf dem Satellitenbus DFH-4 basierenden Kommunikationssatelliten für den Druckaufbau im Antriebssystem benutzt. Wenn es gelingt, ihn im geostationären Orbit zu positionieren, wird er dort wohl nur für eine verkürzte Betriebszeit zur Verfügung stehen. Die Auslegungsbetriebszeit des Satelliten betrug ursprünglich 15 Jahre. Jetzt ist es möglich, dass SinoSat 6 nur etwa 10 Jahre lang nutzbar sein wird, was abhängig von der Menge des Heliums, die durch das Leck ausströmt, ist, spekulieren die Space News am 10. September 2010. Für den Fall eines Totalverlusts ist der Satellit mit 200 Millionen Dollar versichert. Zwei Drittel dieser Summe garantieren Versicherer aus China, den Rest solche aus der westlichen Welt.

Mit 24 C-Band- und 8 Ku-Band-Transpondern sowie einem S-Band-Transponder ausgestattet soll SinoSat 6 die Nachfolge von SinoSat 3 antreten. Die China Direct Broadcast Satellite Corporation (CHINA DBSAT) will den neuen Satelliten einsetzen, um von einer Position bei 125 Grad Ost im geostationären Orbit China und Teile seiner Nachbarländer mit der Ausstrahlung von Radio- und Fernsehprogrammen sowie weiteren Kommunikationsdiensten zu versorgen.

Zur Zeit befindet sich der Satellit in einem supersynchronen Transferorbit (SSTO). Nach dem Aussetzen von der Trägerrakete lag das Perigäum bei rund 197 Kilometern, das Apogäum bei rund 41.886 Kilometern über der Erde. Die noch abzubauende Inklination der Bahn des Satelliten liegt bei etwa 25 Grad. Auf einen ausgedehnten Einsatz der an Bord des Raumfahrzeugs befindlichen Triebwerke kann bisher nicht geschlossen werden, eine Anhebung des Perigäums, des der Erde nächstliegenden Bahnpunktes, hat jedoch vermutlich stattgefunden.

Die Reputation der Plattform DFH-4 wird durch das aufgetretene Problem weiter geschmälert. Eine Anzahl von auf dieser Plattform aufgebauter Satelliten konnte nicht wie vorgesehen in Betrieb genommen werden, funktionierten nur für einen kürzeren Zeitraum als vorgesehen oder leiden unter funktionalen Einschränkungen. VENESAT 1, ein für Venezuela gebauter Kommunikationssatellit, der am 29. Oktober 2008 ins All gebracht wurde, arbeitet nicht bestätigten Quellen zufolge unzuverlässig und nicht mit seiner vollen Kapazität. NigComSat 1, ein am 13. Mai 2007 in den Weltraum transportierter Kommunikationssatellit für Nigeria, versagte im November 2008, nachdem seine beiden Solarzellenausleger in einem gewissen Abstand ausgefallen waren, und die Akkumulatoren des Satelliten nicht mehr nachgeladen wurden. Der chinesische Sinosat 2 konnte seine Aufgaben nicht erfüllen, weil es erst überhaupt nicht gelang, nach dem Start am 29. Oktober 2006 die Solarzellenausleger des Satelliten zu entfalten.

SinoSat 6 alias Xinnuo 6, Chinasat 6A und ZX 6A ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.150 und als COSPAR-Objekt 2010-042A.

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