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Autor: Günther Glatzel / 12. Dezember 2011, 13:03 Uhr

Lutsch 5A und Amos 5 im All

Gestern mittag wurden beide Satelliten an der Spitze einer Proton-M-Trägerrakete in eine Erdumlaufbahn transportiert, von der aus sie mit eigenem Antrieb in den Geostationären Orbit gelangen sollen.

Quelle: Chrunitschew, Reschetnjow, Raumcon, Skyrocket
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Chrunitschew

Proton-Trägerrakete beim Start
(Bild: Chrunitschew)
Der Start erfolgte gegen 12.17 Uhr MEZ vom Kosmodrom Baikonur aus. Booster und erste Stufe wurden nach wenigen Minuten abgeworfen, die Antriebsphase der zweiten Stufe war nach etwa 9 Minuten beendet. Die Oberstufe vom Typ Bris-M zündete in der Folgezeit insgesamt 7 Mal. Nach der vierten Brennphase wurde der Satellit Lutsch 5A ausgesetzt, nach der fünften folgte ihm Amos 5. Die beiden letzten Antriebsphasen dienen dazu, die Oberstufe in eine niedrigere Umlaufbahn zu bringen, von der aus sie schneller in die dichten Schichten der Erdatmosphäre eintritt und verglüht.

Lutsch 5A ist ein Relaissatellit zur Übertragung von Daten zwischen Orbit und Bodenstationen oder zwischen verschiedenen Orbits. Zusammen mit Lutsch 5B und Lutsch 4, die in den nächsten Monaten starten sollen, wird sich ein die Erde umspannendes Netz ergeben. Damit wird es prinzipiell möglich, von jedem Erdorbit aus und jederzeit Kontakt zu Bodenstationen aufzunehmen. Dazu verfügen Relaissatelliten vom Typ Lutsch über mehrere nachführbare Antennen sowie eine Reihe von Transpondern zum Empfangen und Weiterleiten von Daten, auch Audio und Video von und zur Internationalen Raumstation.

Versuchssatelliten im Lutsch-Programm gab es bereits seit 1985. Insgesamt wurden bis 1995 fünf derartige Satelliten gestartet, die aber nur relativ kurz funktionierten. Der letzte Satellit dieser Serie, Lutsch 2, fiel bereits 1998 aus. Datenintensive Kommunikation zwischen ISS und Bodenstationen lief seitdem immer über entsprechende Einrichtungen im US-basierten Teil der Station.

Die USA verfügen seit den 1980er Jahren über ein erdumspannendes Netz aus Datenrelaissatelliten des Typs TDRS (Tracking and Data Relay Satellites). Das erste derartige Raumfahrzeug startete 1983, insgesamt wurden 10 TDRS gestartet, davon 7 der ersten und 3 der zweiten Generation. Drei neue Satelliten sind für die nächsten Jahre geplant. Auch China besitzt ein Datenrelaissatellitennetz (Tianlian), das gegenwärtig aus 2 Raumfahrzeugen besteht. Für eine Gesamtabdeckung ist ein weiterer Satellit erforderlich und geplant.

Die beiden Satelliten der Serie Lutsch 5 basieren auf dem Satellitenbus Ekspress 1000A von Reschentnjow und haben Massen von nur etwa 1,1 t. Kommunikation erfolgt mit 5 MBit/s im S- und etwa 150 MBit/s im Ku-Band. Die Satelliten sollen 10 Jahre lang funktionieren. Beide Satelliten können auch Signale des Systems COSPAS/SARSAT empfangen und weiterleiten. Dieses System dient dazu, die Positionen in Not geratener Flugzeuge und Schiffe weiterzugeben.

Amos 5 basiert ebenfalls auf einem Satellitenbus von Reschetnjow und verfügt über Antennen, 18 Transponder im C-Band sowie 18 im Ku-Band von Thales Alenia Space. Er soll 15 Jahre lang im Geostationären Orbit betrieben werden und dient vor allem der Ausstrahlung von Fernseh- und Radioprogrammen im Auftrag der israelischen Spacecom Ltd.

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