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Autor: Tobias Willerding / 14. April 2015, 23:52 Uhr

Dragon fliegt zur ISS, Erststufe landet und kippt um

Heute um 22:10 MESZ ist die Dragonkapsel von SpaceX mit einer Falcon 9-Rakete erfolgreich zur ISS gestartet. Die Erststufe ist nach der Landung auf der Plattform umgekippt.

Quelle: SpaceX, Elon Musk
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SpaceX

Bild vergrößernStart von SpaceX CRS-6
(Bild: SpaceX)
Dragon startet zur ISS
Die nächste ISS-Versorgungsmission von SpaceX ist heute um 22:33 MEZ von Cape Canaveral zur ISS gestartet. Ursprünglich sollte der Start bereits gestern stattfinden, jedoch musste der Start wegen Gewitterwolken abgebrochen werden.

Die Fracht an Bord der Dragon hat eine Masse von ca. 2000 kg. Eine externe Nutzlast fliegt diesmal nicht mit, sodass die Nutzlast etwas kleiner ist als bei früheren Missionen. Enthalten in der Fracht sind laut Presskit Materialien und Geräte für über 40 Experimente, die auf der ISS durchgeführt werden sollen. Zusätzlich befindet sich ein Nachbau von dem Satelliten Arkyd-3 von Planetary Resources im Hinterbau der Kapsel, dessen Vorgänger beim Antares-Fehlstart explodiert ist. Darüber hinaus befinden sich viele weitere CubeSats an Bord, die im Laufe der Zeit von der ISS ausgesetzt werden sollen.

SpaceX / Gemeinfrei

Bild vergrößernDie Seeplattform "Just Read the Instructions" auf dem offenen Meer
(Bild: SpaceX / Gemeinfrei)
Der Landeversuch der Erststufe
Bei diesem Flug sollte die erste Stufe wieder einen Landeversuch auf einer Seeplattform machen. Nach der Stufentrennung vollführte die Stufe erst einen Boostback-Brennvorgang, welcher den Landevorgang näher an die Küste verlegte. Danach folgte mit den Triebwerken ein Abbremsmanöver vor dem Wiedereintritt durch die Erdatmosphäre machen und anschließlich einen vierter Brennvorgang für die Landung auf der Seeplattform.

Neben den ausfahrbaren Landebeinen verfügt die Falcon 9 auch über Gridfins am Raketenkörper, die für eine bessere Orientierung der Rakete sorgen und auch durch Anstellen des Raketenkörpers den Auftrieb steuern. Gridfins (deutsch Gitterflossen) fand man bisher vor allem an modernen Bomben wie der MOAB oder auch dem Rettungssystem der Sojuskapsel. Gridfins sind im Gegensatz zu anderen Steuerflächen sehr gut verstaubar und bieten gute Steuerbarkeit in einem großen Geschwindigkeitsbereich.

Der finale Brennvorgang bremste die Stufe auf Landegeschwindigkeit ab, jedoch gab es laut Elon Musk offenbar eine zu hohe laterale Geschwindigkeit, die nach Aufsetzen für ein Umkippen der Stufe sorgten. Weiter gab Musk bekannt, dass in ein paar Tagen ein Video in guter Qualität vom Landeversuch veröffentlicht werden soll. Dieses Video kommt mit der Seeplattform in den Hafen zurück. Schäden an der Seeplattform bzw. Informationen über Überreste der Rakete sind derzeit nicht bekannt.

Dies war der dritte Landeversuch. Beim ersten Versuch im Januar hat die Hydraulikflüssigkeit für die Gridfins nicht ausgereicht um eine Steuerbarkeit bis zum Missionsende zu gewährleisten und beim zweiten Mal im Februar musste die Seeplattform wegen extrem schlechten Wetters das Zielgebiet räumen, sodass die Stufe nur im Wasser landen konnte, jedoch mit hoher Genauigkeit von +/- 10 Meter.

Im Laufe des Jahres hat SpaceX noch viele weitere Versuche die Landung zu perfektionieren. Die nächste Chance gibt es bei CRS-7 im Juni. Mitte des Jahres soll außerdem die neue bessere "Full performance Falcon 9" debütieren, die dank 30% mehr Performance bei fast allen Missionen eine Landung der Erststufe ermöglichen soll. Diese neue Version hat 10% mehr Oberstufentankvolumen, unterkühlten Treibstoff (er hat damit eine höhere Dichte und mehr geht in den Tank) und deutlich stärkere Merlin 1D-Triebwerke mit 20-30% mehr Schub.

Elon Musk Twitter

Bild vergrößernOben: die Stufe im Anflug, Unten: die Stufe kippt nach der Landung um
(Bild: Elon Musk Twitter)
Die Seeplattform "Just Read the Instructions"
Die Seeplattform – getauft auf den Namen „Just Read the Instructions“ nach einem Schiffsnamen in einer Science-Fiction Buchreihe - hat eine Größe von 300 Fuß x 170 Fuß (ca. 91 x 52 m). SpaceX postete ein Bild der Plattform am Landeplatz. Die Plattform kann auch in rauher See ihren Standort auf +/- 3 Meter halten. Dafür besitzt sie vier starke Unterwasserpropeller von der Firma Thrustmaster, die zentral gesteuert werden. Nach dem Februarversuch wurden die Motoren der Plattform nochmals deutlich verstärkt. Zusätzlich wurde eine Schutzmauer vor Wellen an einer Seite der Plattform errichtet.

Die Plattform ist unbemannt und wird vermutlich von einem Begleitschiff aus ferngesteuert. Die Plattform soll später an der Ostküste der US-Küste eingesetzt werden um dort die Zentralstufe der Falcon Heavy zu landen. Die Booster der Falcon Heavy und die Falcon 9-Erststufe sollen alle zum Startplatz zurückfliegen, wenn die Falcon 9 durch das oben beschriebene Upgrade die volle Performance erreicht. In Vandenberg wird gerade extra ein Startplatz platt gemacht um Landeplatz für die Falcon Heavy Booster zu schaffen.

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