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Autor: Klaus Donath & Thomas Wehr / 21. Januar 2011, 15:24 Uhr

Erste Delta IV Heavy startet von Vandenberg

Pünktlich um 22:10 Uhr und 30 Sekunden MEZ startete zum ersten Mal die größte Rakete aus der Delta-IV-Familie vom kalifornischen Militärstützpunkt Vandenberg. Sie brachte einen amerikanischen Spionagesatelliten ins All.

Quelle: ULA
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Das Startvideo der United Launch Alliance
(Bild: ULA)
spaceflightnow

Das Space Shuttle Enterprise auf der gleichen Startrampe in den 1980er Jahren
(Bild: spaceflightnow)
Nachdem die Startzeit aufgrund von kreuzendem Weltraumschrott um zweieinhalb Minuten verschoben werden musste, ging der restliche Countdown absolut glatt. Den Start konnte man bis zur Abtrennung der Nutzlastverkleidung verfolgen. Danach brach die ULA (United Launch Alliance), wie bei Starts aus dem NROL-Programm (National Reconnaissance Office) üblich, ab, mit der Meldung eines erfolgreichen Starts, auch wenn der Satellit zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht ausgesetzt ist und die Oberstufe ihre Arbeit noch nicht verrichtet hat.

Zur Nutzlast gibt es keine offiziellen Angaben. Man vermutet aber stark einen Satellit vom Typ KH-12. Ähnliche wurden bereits seit den 1990er Jahren gestartet, zuletzt im Jahre 2005, als die letzte Titan-IV-Rakete vor ihrer Außerdienststellung von Vandenberg abhob. Seitdem gab es keine Möglichkeit mehr, derart schwere Nutzlasten in einen polaren Orbit zu starten. Erst nach dreijähriger Bauzeit und damit verbundenen Kosten in Höhe von 100 Millionen US-Dollar kann jetzt die Delta IV Heavy die Lücke schließen.

Umgebaut wurde der historisch bedeutende Startkomplex 6. Auf diesem sollte früher einmal ein Space Shuttle von der Westküste der USA starten können. Dafür wurde bereits ein Großteil der Start-Infrastruktur fertiggestellt und das Shuttle-Mockup Enterprise war für die Vorbereitungen bereits vor Ort und auf der Startrampe (zu sehen rechts im Bild). Die Geschichte ging nach dem Challenger-Unglück aber einen anderen Weg. Die angestrebte Startrate pro Jahr und die Kosten pro Flug konnten nicht mehr eingehalten werden. Deswegen wurde das Programm kurz vor dem Erststart von Vandenberg gestoppt. Die Gebäude allerdings blieben alle erhalten und wurden in den letzten Jahren umgebaut, um die verschiedenen Leistungsmodelle der Delta IV starten zu können.

Der Satellit vom Typ KH-12 basiert technisch angeblich auf dem Hubble-Weltraumteleskop und soll einen Spiegeldurchmesser von 4,04 Metern haben. Damit sind rein rechnerisch Auflösungen von bis zu 20 Zentimetern pro Pixel möglich. Des Weiteren sollen sich eine Vielzahl von SIGINT-System an Bord befinden. Als Signals Intelligence (SIGINT) wird die Gewinnung von Informationen, üblicherweise aus abgehörten Funksignalen sowie der Erfassung und Analyse anderer elektronischer Signale, bezeichnet. Abgeschlossen wird die Ausstattung mit einem Laserentfernungsmesser. Das optische System soll bis in den nahen Infrarotbereich empfindlich sein. Damit können auch getarnte oder unterirdisch gelegene Ziele erfasst werden. Als Orbit kommt eine sonnensynchrone, eliptische Bahn von 200 x 1.000 km in Frage mit einer Inklination von 97,8°. Aus der Startzeit berechnete man, dass eventuell der in die Jahre gekommene USA 161, gestartet im Oktober 2001, ersetzt werden soll.

Das Missionslogo zeigt einen Phoenix welcher aus dem Feuer aufsteigt. Das Motto der Mission "melior diabolus quem scies" lässt sich übersetzen mit "Besser den Teufel, den man kennt". Damit spielt man wohl auf die ältere Technik an, die hier nochmal gestartet wurde, die aber keineswegs schlechter sein soll. Erst 2009 hatte Präsident Obama ein Nachfolgeprogramm initiiert. Mit ersten Ergebnissen aus diesem Programm ist aber erst in den nächsten Jahren zu rechnen.

Mittlerweile wird aus Amateurbeobachter-Kreisen von zwei funktechnischen Beobachtungen von NROL 49 berichtet, welche Ted Molczan darauf schließen lassen, dass der Initial-Orbit derselbe wie bei USA 186, nach dem Start im Oktober 2005, sei. Daraufhin würden sich folgende Such-Vektoren ergeben:

                                                         163 X 1027 km
1 72001U 11020.92423331 .00988049 00000-0 77000-3 0 09
2 72001 97.9000 135.1447 0620000 185.0000 174.4842 14.90000000 08


Ted geht von einer Anhebung des Perigäums um ca. 100 km aus, die er für den 22. Januar gegen 19:14 Uhr UTC oder 20:49 Uhr UTC erwartet, weil sich das Objekt dann in der Reichweite von Diego Garcia befindet. Ferner betrachtet er den oben dargestellten Vektorsatz als noch reichlich fehlerbehaftet.

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