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Autor: Thomas Weyrauch / 29. Oktober 2010, 00:36 Uhr

Ariane 5 ECA bringt BSAT 3b und W3B ins All

Am 28. Oktober 2010 brachte eine Ariane 5 ECA Satelliten für die Broadcasting Satellite System Corporation (B-SAT) und Eutelsat von Kourou in Französisch-Guayana aus in den Weltraum. Der Start war zunächst für den September 2010 geplant, wurde aber, weil die Lieferung eines der Satelliten nach Kourou abzuwarten war, in den Oktober verschoben.

Quelle: Arianespace, EADS Astrium
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Thomas Weyrauch

Ariane 5 - Modell
(Bild: Thomas Weyrauch)
Der vierte Flug einer Ariane 5 im Jahr 2010 und der 53. insgesamt begann um 23:51 Uhr MESZ am 28. Oktober 2010 mit der Zündung des mit flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff betriebenen Haupttriebwerkes der Zentralstufe. Als die seitlich angebrachten, 31 Meter hohen Feststoffbooster gezündet hatten, hob die Rakete mit BSAT 3b und Eutelsat W3B unter der 17 Meter hohen Nutzlastverkleidung ab. Nach 2 Minuten und 22 Sekunden Flug wurden die beiden Feststoffbooster in einer Höhe von 69,1 Kilometern abgetrennt, die Zentralstufe der Rakete war nach rund acht Minuten und 50 Sekunden ausgebrannt und wurde in einer Höhe von 213 Kilometern sechs Sekunden später abgeworfen, um anschließend in den Atlantik zu stürzen.

In der Folge sorgte die Oberstufe ESC-A für Vortrieb. Sie brannte 15 Minuten und 47 Sekunden lang. Nach etwas über 28 Minuten Flug wurde dann zuerst Eutelsat W3B in einem Geotransferorbit (GTO) ausgesetzt, anschließend BSAT 3b knapp 10 Minuten später, nachdem die 6,4 Meter hohe Nutzlasttragstruktur SYLDA 5A abgetrennt worden war. Beide Satelliten werden Orbitzirkularisierung und Positionierung im Geostationären Orbit in den kommenden Tagen mit eigenen Triebwerken bewerkstelligen. Die Gesamtnutzlast bei der Mission V197 betrug 8.263 Kilogramm, von denen zusammen 7.460 Kilogramm auf die Satelliten entfielen. Die Gesamtstartmasse der 50,5 Meter hohen Rakete betrug rund 775 Tonnen.

Lockheed Martin

Bild vergrößernBSat 3b beim Hersteller
(Bild: Lockheed Martin)
Lockheed Martin

Bild vergrößernBSat 3b im All - Illustration
(Bild: Lockheed Martin)
Da die beförderte Nutzlastmasse deutlich unter dem von der Rakete theoretisch Transportierbaren lag (9.500 Kilogramm in einen GTO mit 6 Grad Bahnneigung), konnte bei der Missionsplanung eine Trajektorie vorgesehen werden, bei der die Bahnneigung nur 2 Grad beträgt. Deshalb werden die Satelliten nicht so viel eigenen Treibstoff zum Abbau der restlichen Inklination einsetzen müssen, als es bei größerer Bahnneigung des GTO nötig wäre.

Der Fernsehsatellit BSAT 3b, der zweite von Lockheed Martin Commercial Space Systems (LMCSS) für die im japanischen Tokio ansässige B-SAT gebaute und der siebte von Arianespace für B-SAT transportierte, basiert auf dem Satellitenbus A2100 A. Der Satellit besitzt Transponder für 12 Ku-Band-Kanäle mit je 130 Watt, 8 von ihnen sind für den gleichzeitigen Betrieb vorgesehen. Die Versorgung mit elektrischem Strom übernehmen zwei Solarzellenausleger, die dem Satelliten im entfalteten Zustand eine Gesamtspannweite von 14,65 Metern geben. Der Satellit wird an einer Position von 110 Grad Ost im Geostationären Orbit stationiert werden, um von dort eine Reihe von digitalen, hochaufgelösten Fernsehprogrammen auszustrahlen. Der beim Start 2.060 Kilogramm schwere BSAT 3b mit einer Leermasse von 975 Kilogramm hat eine angestrebte Lebenserwartung von 15 Jahren. Vier Zündungen seines Apogäumsmotors werden ihn in den Geostationären Orbit bringen. Nach Abschluss der Inbetriebnahmearbeiten soll der Satellit Anfang Dezember 2010 von Lockheed Martin an seinen künftigen Betreiber B-SAT übergeben werden.

Thales Alenia Space (TAS)

Bild vergrößernEutelsat W3B wird in Kourou aus seinem Transportcontainer geholt
(Bild: ESA/CNES/Arianespace/CSG)
Thales Alenia Space (TAS)

Bild vergrößernEutelsat W3B - Illustration
(Bild: Thales Alenia Space (TAS))
Der Kommunikationssatellit Eutelsat W3B bringt 5.370 Kilogramm Startgewicht auf die Waage. Er wurde von Thales Alenia Space aufbauend auf der Spacebus-4000C3-Plattform von Thales Alenia Space für Eutelsat mit Sitz in Paris konstruiert. Seine Kommunikationsnutzlast besteht aus 53 Ku-Band- und 3 Ka-Band-Transpondern. Sie sollen für 15 Jahre betrieben werden können, um Nutzer in Mitteleuropa und auf den Inseln im Indischen Ozean mit Fernsehprogrammen zu versorgen und Kunden afrikanischer Telekommunikationsunternehmen und Internet-Provider Sprach- und Datendienste zur Verfügung zu stellen. Mit elektrischer Energie versorgt wird die Kommunikationsnutzlast von Eutelsat W3B über zwei Solarzellenausleger, mit denen der Satellit auf eine Spannweite von 34 Metern kommt. Am Ende der Auslegungsbetriebsdauer sollen sie noch 12 kW elektrische Leistung generieren können. Eutelsat W3B wird bei 16 Grad Ost im Geostationären Orbit stationiert, um die derzeit dort aktiven Eutelsat-Raumfahrzeuge Eurobird 16, W2M und SESAT 1, die für andere Aufgaben verwendet werden sollen, zu ersetzen. Im Dezember 2010 soll er voll einsatzbereit sein. Später wird Eutelsat W3B durch den noch zu startenden Eutelsat W3C abgelöst, um an anderer Position weiter betrieben zu werden.

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