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25.08.2003 / Autor: Michael Schumacher Raumfahrt > ISS

Sojus

Die russische Sojus-Kapsel ist seit fast 40 Jahren im Einsatz und während dieser Zeit immer wieder modernisiert worden.



Ein Sojus-Raumschiff angedockt an der ISS.
(Foto: NASA)
Seit 1967 ist das Sojus-Raumschiff das Arbeitspferd für die bemannten sowjetisch-russische Raumflüge. Es wurde ursprünglich in drei Formen entwickelt. Erdorbital, mondorbital und als das mondorbitale Element für das bemannte Mondlandeprogramm. Nach der Streichung der Anstrengungen für eine Mondlandung wurde die erdorbitale Version vereinfacht, um als "Zwei-Tage-Zubringer" zu dienen, um Besatzungen zu Raumstationen zu bringen und diese am Ende ihrer Flüge zur Erde zurückzubringen. Seither wurde es durch mehrere Versionen hindurch entwickelt um seine Fähigkeiten zu erweitern. Es besitzt eine Masse von 7.250 Kilogramm, hat eine Länge von 7,5 Metern, misst im Durchmesser 2,7 Meter und verfügt über zwei Solarzellenflügel mit einer Solarzellenflügelspannweite von 10,6 Metern. Das russische Wort "Sojus" bedeutet im deutschen "Union". Das Raumschiff Sojus TM, das eingeführt wurde, um der russischen Raumstation Mir zu dienen, wird der International Space Station (ISS) in einer ähnlichen Rolle dienen. Es wird ebenso als Crew Return Vehicle (CRV) während den frühen Langzeitaufenthalten der Raumstation dienen. Daher müssen in dieser Rolle immer genügend Sojus-Raumschiffe an die Raumstation angekoppelt sein, um die Besatzung im Notfall evakuieren zu können. Aufgrund der begrenzten Lebensdauer seines Antriebssystems müssen diese Raumschiffe alle sechs Monate ausgetauscht werden. Besuchsbesatzungen werden in neuen Raumschiffen die ISS erreichen und mit dem alten Raumschiff zurückkehren, wobei dann das neue Raumschiff die Funktion des CRV weiterführt.

Das Sojus-Raumschiff besteht aus drei Modulen. Das Orbital Compartment vorne, das einen unter Druck stehenden Wohnraum für die Besatzungen bei den früheren Einzelflügen bot. Im Mondlandedesign diente es auch als Luftschleuse für einen Kosmonauten um durch einen Ausstieg in und von dem Mondlander umzusteigen. Das Kopplungssystem befindet sich in der Spitze und die Kopplungssonde kann beiseite geklappt werden um einen direkten Durchgang zu einer Raumstation zu ermöglichen. Das Re-entry Compartment dahinter besitzt die Hauptflugkontrollen und die Konturensessel für die drei Besatzungsmitglieder. Es ist der einzige Teil des Raumschiffes, der zur Erde zurückkehrt. Seine Glockenform und sein ausgeglichener Schwerpunkt erlauben es ihm in einem kleinen Ausmaß aerodynamischen Auftrieb zu erzeugen, so dass es zu einem speziellen Landeort gesteuert werden kann. Obwohl das Raumschiff die Fähigkeit zur Wasserung besitzt, wird die Landung bevorzugt. Die abschließende Bremsung wird durch den Hauptfallschirm bewerkstelligt. Unmittelbar vor dem Aufsetzen wird der untere Hitzeschild abgetrennt und eine Reihe von Bremsraketen zünden, um den Aufprall abzumildern. Das Instrument Compartment hinten beherbergt das orbitale Manövrier- und Lagekontrollsystem sowie die Solarzellenflügel, die das Raumschiff mit Energie versorgen. Sowohl das Instrument Compartment als auch das Orbital Compartment werden nach der Zündung zum Verlassen der Erdumlaufbahn abgetrennt und lassen das Re-entry Compartment auf dem Kurs für den Wiedereintritt.

Da sich herausstellte, das die Astronauten der National Aeronautics and Space Administration (NASA) entweder zu groß oder zu klein für das Raumschiff Sojus TM waren, wurde das Re-entry Compartment modifiziert, um auch solche Astronauten aufzunehmen, so dass sie nicht von den Flügen zur ISS ausgeschlossen würden. Diese Version trägt die Bezeichnung Sojus TMA wobei sich deren äußeren Ausmaße nicht von denen der Version Sojus TM unterscheiden.
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