35 Jahre Österreich bei ESA: Beyond Gravity bei vielen Missionen beteiligt

Seit 1987 ist Österreich Vollmitglied bei der ESA. Österreichs größtes Weltraumunternehmen Beyond Gravity Austria (vormals RUAG Space Austria) war an vielen europäischen Wissenschaftsmissionen, Umwelt- und Klimasatelliten beteiligt. Eine Medieninformation der Beyond Gravity Austria GmbH.

Quelle: Beyond Gravity Austria GmbH 5. Juli 2022.

Der europäische Meeresspiegel-Beobachtungssatellit Sentinel-6 nutzt einen Navigationsempfänger von Beyond Gravity Austria. (Grafik: ESA – P. Carril)

5. Juli 2022 – Österreich beteiligt sich seit 1975 an Programmen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und ist seit 1987 Vollmitglied, was heute, Donnerstag, 5. Juli, in Wien auf einer Jubiläumsveranstaltung gefeiert wird. Als Österreichs größtes Weltraumunternehmen war Beyond Gravity Austria (vormals RUAG Space Austria) in diesen 35 Jahren an zahlreichen Raumfahrtmissionen beteiligt. „Nahezu alle ESA-Satelliten werden mit Thermalisolation aus Österreich vor der extremen Kälte und Hitze im All geschützt. Navigationsempfänger aus Wien bestimmen präzise die Position vieler ESA-Satelliten im Weltall und unsere Ausrichtemechanismen für elektrische Triebwerke ermöglichen tieferes Vordringen in den Weltraum oder einen wesentlich wirtschaftlicheren Satellitenbetrieb“, betont Manfred Sust, Geschäftsführer von Beyond Gravity Austria, anlässlich des Jubiläums. „Die österreichische ESA-Mitgliedschaft erlaubt uns, aktiv den Aufbau wichtiger europäischer Infrastruktur mitzugestalten und an wissenschaftlichen Missionen teilzunehmen. Ohne die ESA-Mitgliedschaft wäre die Entwicklung unserer Produkte für den kommerziellen Weltraummarkt kaum vorstellbar.“

Österreichischer Thermalschutz für die Merkursonde BepiColombo. (Grafik: ESA, ATG Medialab)

Hitzeschutz für Merkursonde, bessere Klimadaten genauere Positionsbestimmung
Das Unternehmen beschäftigt in Österreich 230 Mitarbeitende und hat einen Entwicklungs- und Produktionsstandort in Wien-Meidling sowie ein Thermalschutzproduktionswerk in Berndorf in Niederösterreich. „Wir haben zu einigen der herausragendsten Missionen der ESA wichtige Schlüsselprodukte geliefert und uns über die Jahre zu einem Marktführer bei missionskritischen Technologien entwickelt“, so Sust, der zwei Highlights nennt: „Wir haben in mehr als zehnjähriger Arbeit einen komplett maßgeschneiderten Hitzeschutz für die seit fast vier Jahren im All befindliche Merkursonde BepiColombo entwickelt und produziert. Auch das Lenksystem für die Triebwerke von BepiColombo stammt aus Wien. Und der aktuellste Meeresspiegel-Beobachtungssatellit Sentinel-6 nutzt einen Navigationsempfänger von Beyond Gravity Austria.“ Erstmals werden dabei Navigationssignale sowohl des US-amerikanischen GPS-Systems als auch des europäischen Navigationssatellitensystems Galileo verarbeitet, was die Positionsbestimmung und letztlich die Genauigkeit der gelieferten Klimadaten über den Weltmeeren erheblich verbessert. Der Anstieg des Meeresspiegels ist ein wichtiger Indikator für den Klimawandel.

Die Jupitermonde-Raumfahrtsonde JUICE in einem Weltraumsimulator in den Niederlanden (2021) mit schwarzfärbiger Thermalisolation aus Österreich. (Foto: ESA/Lightcurve Films)

Hochtechnologie für künftige Raumfahrtmissionen
Auch für zukünftige Missionen liefert Beyond Gravity Austria wichtige Hochtechnologie. So wurde in Berndorf die Thermalhülle für die europäische Mission zu Jupitermonden produziert. Die Robotersonde „JUICE“ (Jupiter Icy Moons Explorer) soll kommendes Jahr ins All starten und den riesigen Gasplaneten Jupiter erforschen und drei seiner größten Monde, die innere Wasserozeane beherbergen sollen. Für weitere Sentinel-Umweltsatelliten liefert Beyond Gravity Austria Navigationsempfänger und Thermalschutz. Für die auf 2026/2028 verschobene europäische Marsmission ExoMars produzierte das Unternehmen den Kameramast des Marsroboters.

Satelliten-Navigationsempfänger, Mechanismen und Thermalschutz
In Österreich entwickelt und produziert Beyond Gravity Austria eine Vielzahl von Produkten für Satelliten und Trägerraketen. In Wien etwa Navigationsempfänger für Satelliten. In Berndorf, Niederösterreich, stellt das Unternehmen Thermalschutz für Satelliten und Trägerraketen wie die neue europäische Ariane 6 her. Die Thermalisolation schützt Satelliten und deren Instrumente vor den extremen Temperaturen im Weltraum von typischerweise +/- 200 Grad Celsius. Als Spin-off der Weltraumaktivitäten produziert das Unternehmen in Berndorf auch Thermalisolation für Anwendungen auf der Erde, zum Beispiel in der Medizintechnik (Magnetresonanztomographen).

Beyond Gravity Austria ist Österreichs größter Weltraumzulieferer
Beyond Gravity Austria (vormals RUAG Space Austria) mit Sitz in Wien-Meidling ist mit rund 46 Millionen Euro Umsatz (2021) und rund 230 Mitarbeitenden das größte österreichische Weltraumtechnikunternehmen. Das Hochtechnologieunternehmen rüstet weltweit Satelliten und Trägerraketen mit Elektronik, Mechanik und Thermalisolation aus und hat eine Exportquote von rund 100 Prozent.

Über Beyond Gravity: 1600 Mitarbeitende an 12 Standorten
Beyond Gravity mit Hauptsitz in Zürich, Schweiz, verbindet jahrzehntelange Erfahrung und bewährte Qualität mit Agilität, Schnelligkeit und Innovation. Rund 1600 Mitarbeitende an 12 Standorten in sechs Ländern (Schweiz, Schweden, Österreich, Deutschland, USA und Finnland) entwickeln und fertigen Produkte für Satelliten und Trägerraketen. Beyond Gravity ist der bevorzugte Lieferant von Strukturen für alle Arten von Trägerraketen und führend bei ausgewählten Satellitenprodukten, insbesondere für Satellitenkonstellationen im New Space Markt. 2021 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 319 Millionen Schweizer Franken. Mehr Informationen unter: https://www.beyondgravity.com/

Nutzen der Raumfahrt im Alltag

  • Klimaforschung: Satelliten im Weltall liefern präzise Daten für die Klimaforschung
  • Energiewende: Satelliten liefern Daten für optimale Standorte von Windkraftanlagen
  • Kampf gegen Umweltverschmutzung: Satellitenbilder helfen, das Ausmaß von Ölverschmutzungen auf hoher See zu bestimmen
  • Kampf gegen Naturkatastrophen: Satellitendaten warnen vor anstürmenden Hurrikans
  • Navigation: Auf Satellitentechnik basierende GNSS-Navigationssysteme bringen Fahrzeuge sicher an ihr Ziel
  • Satellitenkommunikation: Live-Übertragung der Fußball-WM und schnelles Internet an schwer zugänglichen Orten mittels Satellitentechnik

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