SpaceX soll rund 500 km² Land auf „Pecan Island“ übernehmen, einem Landstrich an der Golfküste von Süd-Louisiana. Das auf 100 Milliarden Dollar bezifferte Projekt würde Louisiana zu einem der wichtigsten Standorte der US-amerikanischen Raumfahrt machen. Der Standort befindet sich zwischen den bestehenden SpaceX-Standorten in Texas und Florida und soll Kapazitäten für einen stark wachsenden Starship-Betrieb schaffen.
Ein Portalbeitrag der Raumfahrer.net Autorin SpaceSil.
Quelle: siehe Abschnitt Quellenangaben
Die offizielle Bekanntgabe erfolgte in einer online übertragenen Pressekonferenz durch den Gouverneur von Louisiana Jeff Landry und SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell am 25. August 2026. Elon Musk stellte das Projekt in einer aufgezeichneten Videobotschaft vor.
Starbase Louisiana

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Laut der Präsentation soll ein sich selbst versorgender Raumhafen mit fünf Startkomplexen entstehen, jeweils mit mindestens zwei Starttürmen, ausgelegt auf tausende Starship-Flüge jährlich. Hinzu kommen Fabrik- und Wartungshallen für die Raumschiffe und Booster, eine eigene Treibstoffproduktion und Stromerzeugung sowie Wohnanlagen für Mitarbeiter. Zur Versorgung werden ein Tiefwasserhafen und eventuell ein Flughafen dienen. Die bestehende Infrastruktur umfasst Wasserstraßen und eines der dichtesten Pipelinenetze für Erdgas, aus dem der Treibstoff Methan gewonnen wird.
Ein wesentlicher Grund für den zusätzlichen Standort ist die von SpaceX angestrebte starke Ausweitung der Starship-Startkapazität. Das Unternehmen hat gegenüber Behörden bereits einen langfristigen Bedarf an erheblich mehr Startmöglichkeiten erkennen lassen und angekündigt, am neuen Standort mehrfach täglich starten zu wollen.

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Die abgelegene Lage und die verfügbare Fläche, 350-fach größer als die SpaceX-Anlagen in Starbase Texas, bieten dafür günstige Voraussetzungen. Die fast unbesiedelte Golfküste, vor zwanzig Jahren durch einen Hurrikan verwüstet, bietet freien Raum über dem Meer für Raketenstarts insbesondere für polare Umlaufbahnen und ermöglicht einen großen Sicherheits- und Betriebsbereich um die eigentlichen Startanlagen.

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Wohl um zu erwartenden Klagen und Beschwerden durch Umweltschützer und Anwohner zuvorzukommen, wurde ebenfalls angekündigt, dass nur ein kleiner Teil des Bereichs tatsächlich bebaut werden soll, das umliegende Marschland diene dabei als Pufferzone. Der Schutz der Küsten und der Tierwelt, die Renaturierung und Wiederherstellung fragmentierter Feuchtgebiete seien Teil des Planes, die traditionelle Nutzung werde weiterhin ermöglicht. Projekte zum Schutz vor weiterer Küstenerosion entsprechend dem staatlichen Coastal Master Plan sollen unmittelbar beginnen.
Politische Dimension

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Bereits im Vorfeld war bekannt geworden, dass „Pecan Island“ im Mittelpunkt einer Vereinbarung stand, mit der Dutzende von Rechtsstreitigkeiten beigelegt wurden, in denen ExxonMobil für Umweltverschmutzung und Küstenerosion verantwortlich gemacht wurde. Der Vergleich bewirkte die Rückgabe des in Exxon-Besitz befindlichen Landes an den Staat. Die Entscheidung für Louisiana fällt in eine Phase, in der die US-Regierung den Ausbau der Raumfahrt-Infrastruktur deutlich beschleunigen will. Die Flugaufsichtsbehörde FAA plant eine umfassende Regelreform, die Genehmigungsverfahren vereinfachen soll und auf ein Dutzend bestehender Vorschriften verzichtet. Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass Präsident Trump per Erlass jährlich 1000 Raketen-Starts ermöglichen möchte und Flächen in Staatsbesitz identifiziert werden sollen, die sich für neue Startanlagen eignen. Dies fügt sich nun zu einem Bild.
Gouverneur Jeff Landry bezeichnete die Vereinbarung als entscheidenden Moment, der Louisiana ins Zentrum der nächsten großen „Frontier“ rücke. In Bezug auf den „Louisiana Purchase“ von 1803, bei dem die USA Louisiana und das Land jenseits des Mississippis erwarben, meinte er sinngemäß „Louisiana gab uns einst den Kontinent, nun wird es uns den Weltraum geben“.

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Elon Musk verkündete den Namen „Starbase Louisiana“; man plane, bis zu 10.000 Arbeitsplätze zu schaffen, und dass von hier künftig bis zu 30 Starship-Flüge täglich starten könnten.
Sein langfristiges Ziel, den Mars zu besiedeln und die Menschheit „muliplanetar“ zu machen, ganz abgesehen von der Erweiterung des Starlink-Satellitennetzwerkes und der geplanten orbitalen Rechenzentren, erfordert Tausende von Starships-Starts pro Jahr. Dies wäre weder von Texas noch Florida aus möglich. Starbase Louisiana könnte der Schlüssel sein.
Die Bauarbeiten für den Weltraumbahnhof sollen im nächsten Jahr beginnen, der erste Starship-Start ist bereits für 2029 geplant. Starbase Louisiana soll nach den Plänen von SpaceX der größte Raketenstartplatz der Welt werden.
Quellenangaben
Weiterführende Links
- https://arstechnica.com/space/2026/08/spacex-intends-to-invest-up-to-100-billion-in-massive-louisiana-spaceport/
- https://www.nasaspaceflight.com/2026/08/starbase-louisiana-largest-private-spaceport-world/
- https://spacepolicyonline.com/news/spacex-introduces-new-louisiana-starbase/
- https://www.wsj.com/us-news/spacex-rockets-are-coming-to-coastal-louisiana-and-locals-are-divided-e7adc14c
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