America`s Space Prize

Nach dem Ansari X-Prize gibt es nun den mit 50 Millionen Dollar dotierten America`s Space Prize, der den amerikanischen Weltraumtourismus im erdnahen Orbit fördern soll.

Ein Beitrag von Andreas Tramposch. Quelle: Bigelow Aerospace.

Nachdem nun Burt Rutan mit SpaceShipOne den Ansari X-Prize gewonnen hat, gibt es nun schon einen neuen Preis: den “America`s Space Prize” der mit beachtlichen 50 Millionen Dollar dotiert ist. Dieser Preis wurde von der Bigelow Aerospace Company ins Leben gerufen und soll die Entwicklung des Weltraumtourismus im erdnahen Erdorbit anspornen. Im Gegensatz zum Ansari X-Prize bei dem ein suborbitaler Flug mit insgesamt sechs Minuten Schwerelosigkeit ausreichte, werden die geforderten zwei Erdorbits weitaus schwieriger zu erreichen sein. Es müssen zwei erfolgreiche Flüge innerhalb von 60 Tagen vor der Deadline am 10. Jänner 2010 durchgeführt werden. Am zweiten Flug müssen dann bereits tatsächlich mindestens fünf Besatzungsmitglieder an Bord sein.

Der Erfinder des America`s Space Prize ist die Bigelow Aerospace Company und liegt im Norden Las Vegas in Nevada. Die Firma ist in der Forschung und Berechnung von Raumfahrzeugteilen tätig und hat sich auf Weltraumhabitats spezialisiert. Aus diesem Grund ist eine weitere Voraussetzung für das Preisgeld, dass das Raumfahrzeug in der Lage ist mit dem entfaltbaren Weltraumhabitat Nautilus der Bigelow Aerospace Company anzudocken. Für mindestens sechs Monaten soll das Raumfahrzeug dann an der Nautilus angedockt bleiben, bevor es wieder sicher zur Erde zurückkehren kann.

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Künstlerische Darstellung des Weltraumhabitats Nautilus . (Quelle: Bigelow Aerospace Company )

Bigelow Aerospace erhofft sich dadurch das von den Russen gepachtete Monopol von Crewtransporten zu Weltraumstationen zu brechen. “Das ist ein alternativer Versuch den üblen Stand unseres Landes gegenüber den russischen Soyuz-Raumfahrzeugen zu verbessern,” sagte Robert Bigelow, der Vorsitzende von Bigelow Aerospace. “Vor zwei Jahren fühlte ich mich bei der Konversation die wir Amerikaner mit den Russen hielten sehr unwohl. Die Russen sagten, dass wir von ihnen alle Soyuz-Raumfahrzeuge die wir wollten kaufen könnten. In den letzten Jahren haben sich die Dinge rund um den Colombia-Absturtz dramatisch verändert. Die NASA benötigte nach dem Absturz und den folgenden Unfalluntersuchungen tatsächlich die Soyuz-Raumfahrzeuge um nicht ganz aus dem bemannten Weltraumgeschehen zurückzutreten. Das zwang Amerika eine Summe zu zahlen, die sich eine private Firma nie leisten konnte,“ erklärte Bigelow. Einen weiteren Grund des America`s Space Prize gibt Bigelow mit der Wiederwahl von George W. Bush an. Wenn dieser die Weltraumvisionen der Erforschung von Mond und Mars verwirklichen wird, heißt das, dass die NASA endgültig den Weltraumbereich im niedrigen Erdorbit aufgeben und den Russen überlassen wird.

Bigelow Aerospace ist bereit das Raumfahrzeug weiterhin mit 200 Millionen Dollar für Weltraumflüge zum Habitat finanziell zu unterstützen. Bigelow Aerospace rechnet selbst mit vier bis fünf Jahren bis sich das Habitat Nautilus im Erdorbit befindet. Es wird aber auf der Erde Modelle geben, die den Firmen bei der Konstruktion des Dockmoduls des Raumfahrzeuges behilflich sein sollen.

Hier nochmals die zehn Regeln:
1.
Das Raumfahrzeug muss eine Minimalhöhe von 400 Kilometer erreichen.

2.
Zusätzlich muss auch eine Mindestgeschwindigkeit erreicht werden um vor dem Wiedereintritt zwei volle Orbits um die Erde zu schaffen.

3.
Das Raumfahrzeug muss mindestens fünf Menschen befördern können.

4.
Das Raumfahrzeug muss die Fähigkeit demonstrieren für mindestens sechs Monate an das von Bigelow Airspace auffaltbare Weltraumhabitat Nautilus anzudocken ohne dabei eine sichere Rückkehr zu gefährden.

5.
Es müssen zwei erfolgreiche und sichere Orbitalmissionen innerhalb einer Zeitspanne von 60 Tagen durchgeführt werden. Spätestens bei der zweite Mission müssen dabei mindestens fünf Besatzungsmitgliedern an Bord sein.

6.
Es müssen mindestens 80 Prozent des Raumfahrzeuges wieder verwendbar sein.

7.
Der Wettbewerber muss in den Vereinigten Staaten ansässig sein.

8.
Der Wettbewerber muss seinen Hauptfirmensitz in den Vereinigten Staaten haben.

9.
Der Wettbewerber darf zu keinem Zeitpunkt eine staatlich finanzielle Unterstützung akzeptieren, sowie staatliche Testeinrichtungen nutzen.

10.
Das Raumfahrzeug muss seine zwei Missionen sicher und erfolgreich vor der Deadline am 10. Jänner 2010 absolvieren.

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