Arianespace schreibt rote Zahlen

Arianespace, zuständig für die Vermarktung und Startdurchführung der europäischen Trägerrakete Ariane 5 wird dieses Jahr wohl wieder in die roten Zahlen rutschen. Schon 2009 waren es 71,2 Millionen Euro Minus, trotz 7 Starts .

Ein Beitrag von Klaus Donath. Quelle: spacenews, raumcon, wikipedia. Vertont von Peter Rittinger.

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Start einer Ariane 5
(Bild: defenseindustrydaily)

Erst drei Starts konnte Arianespace seit Januar diesen Jahres durchführen, sechs bis sieben waren geplant. Technische Probleme mit verschiedenen Ventilen lösten erste Startverzögerungen aus. Eine weitere musste Arianespace unverschuldet hinnehmen, da es Probleme mit der Nutzlast, Eutelsat W3B, gegeben hat.

Der Manager von Arianespace, Yves Le Gall, bestätigte in einem Interview, dass eine Kapitalaufstockung von 50 Millionen Euro oder sogar mehr durch die Anteilseigner bereits gesichert wurde. Bis Ende des Jahres soll das Geld zur Verfügung stehen.

Des Weiteren arbeitete das Unternehmen an verschiedenen Verbesserungen der Ariane 5. Leichtere Materialien und andere Verbesserungen sollen die Nutzlast steigern, so dass mit der aktuellsten Modifikation 9 statt 8,7 Tonnen in den für viele Satellitenbetreiber so lukrativen Geostationären Orbit gehoben werden können. Anfang 2011 sollen die ersten Modelle mit dieser Leistungssteigerung ausgeliefert werden. Ein weiteres Optimierungspaket ist derweil noch auf dem Weg und soll die Nutzlast bis 2012/2013 auf 9,4 Tonnen steigern.

Letztes Jahr konnte noch ein Rekordmanifest von 7 Ariane-5-Starts abgearbeitet werden. Trotz der nur bisher 3 erfolgten Start in 9 Monaten spekuliert Le Gall auf weitere 3 Starts in den verbleibenden 3 Monaten dieses Jahres.

Zusätzlich organisiert Arianespace zur Zeit den Start von 6 GlobeStar-Kommunikationssatelliten an Bord einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan mit einem ersten Start Mitte Oktober.

Mit weiteren Mitteln der Europäischen Weltraumorganisation ESA und Anleihen von der Europäischen Investmentbank plant das Unternehmen die russische Sojus-Rakete ab 2011 auch vom europäischen Weltraumzentrum in Französisch Guayana anzubieten. Dabei verschob sich der Zeitplan immer wieder wegen zahlreicher Gründe, die auch mit dem Bau der neuen Startanlage zu tun hatten.

Einmal erfolgreich gestartet, erhoffen sich die Beteiligten eine ähnliche Zuverlässigkeit der Sojus wie auch bei Starts in Kasachstan. Die technischen Anlagen sind weitgehend identisch.

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