Cassini – Statusbericht

Die Orbits der NASA Raumsonde Cassini werden immer enger um den Saturn geplant. Aufgrund dessen wird der Informationsgehalt immer dichter, da sich Cassini nun in einem Gebiet um Saturn befindet, in dem sie sich ständig einem Mond nähert.

Autor: Martin Ollrom.

Deswegen schaffen wir es nicht jeden Fund in einer Newsmeldung unterzubringen, da sonst das Portal von Cassini-Meldungen überschwemmt wäre. So haben wir uns entschlossen neben dem 14-tägigen Saturn-Aktuell auch noch Cassini Statusberichte zu bringen, wo nicht nur Funde sondern auch „Gesundheitszustand“ und weitere Details erklärt werden.

Die Ringe mit dem Mond Janus (Bild: Cassini/NASA)

Bei guter Gesundheit
Auf der Erde würden sich viele Leute wünschen bei solch guter Gesundheit zu sein wie die Raumsonde Cassini. Sie funktioniert in den vorhergesehenen Parameter und zeigt keinerlei Schwächen beziehungsweise Alterserscheinungen. Sie werden sich jetzt sicher fragen: Wieso Alterserscheinungen? Sie ist ja erst seit Juli 2004 beim Saturn. Richtig! Aber man vergisst leicht, dass sie eine Anflugszeit von mehr als sieben Jahren hatte. Die Energieversorgung funktioniert auch wie vorhergesehen, allerdings dürfte das die Achillesferse der Raumsonde sein. Da Cassini keine Solarzellen besitzt, was aufgrund der großen Entfernung zur Sonne auch keinen Sinn machen würde, ist die gesamte Energieversorgung vom Kernreaktor abhängig. Früher oder später wird der Treibstoff der Sonde ausgehen, auch wenn die nötigen Reserven klarerweise mit eingeplant wurden. Doch irgendwann müssen die NASA Techniker, auch wenn die Sonde noch gut funktioniert, die Sonde aufgeben, ähnlich wie Galileo beim Jupiter. Die Kamerasysteme und Messgeräte arbeiten besser als erwartet, obwohl einige Nachkonfigurationen vorgenommen wurden, die scheinbar die Qualität noch um einiges verbesserten. Jetzt liefert Cassini gestochen klare Bilder, wo anfangs noch Bildartefakte zu finden waren. Die NASA glaubt und hofft, dass sich dieser Zustand der Sonde in den kommenden Monaten bis Jahren nicht ändert. Nun spricht man schon von möglichen Missionsverlängerungen nach der Primärmission die über vier Jahre lang dauern soll. Bis dorthin hat die NASA und die Sonde aber noch viel Zeit…

Kleinigkeiten, Sensationen – von allem etwas
Die Arbeit der Cassini Raumsonde umfasst viele Aufgaben. Angefangen von der Atmosphären-Untersuchung/Überwachung bis hin zur Erforschung der einzelnen, in großer Anzahl vorhandenen, Monde. Letzteres nimmt besonders viel Zeit in Anspruch und dementsprechend kommen auch viele Informationen über die sämtlichen Monde auf der Erde an. Vor kurzem wurde erst die Atmosphäre des Saturn-Mondes Enceladus entdeckt. Dies gilt als sehr große Überraschung, da es nur wenige Monde im Sonnensystem mit Atmosphäre gibt. Diesem sensationellen Fund widmeten wir bereits einen vollen Saturn-Aktuell Artikel, weswegen ich hier nicht näher darauf eingehen werde. Cassini beobachtete vor kurzem einen relativ unbekannten Mond: Hyperion. Dieser hat einen Durchmesser von 266 Kilometer und wurde von Cassini genauestens, aus einer Entfernung von nur 900 Kilometer, untersucht. Hier fand man, wie erwartet, keine Atmosphäre und identifizierte diesen Mond als normalen „Felsbrocken“ im All. Aufgrund dessen ist er wohl eher unbekannt. Dabei wurde der Mond im Verlauf seiner Flugbahn mehrmals untersucht und danach verglichen. Bilder vom Oktober 2004 und vom Februar 2005 dienten zum Vergleich. Des Weiteren wurden Bilder von Saturn selbst aufgenommen, auf denen möglichst viele Monde zu sehen sind. Man will diese Bilder von Saturn mit anderen Planeten im äußeren Sonnensystem vergleichen und auf Gemeinsamkeiten achten. Eine davon erkannte man bereits, dass die Gasriesen im äußeren Sonnensystem alle von vielen kleinen, eisigen Monden umgeben sind. Dies ergibt dann wunderschöne Panoramabilder, die dann meistens auch veröffentlicht werden. Der nächste Mond der an der Reihe war, ist ein Altbekannter. Dieser wurde schon damals von den Voyager-Sonden gesehen und untersucht. Ja, die Rede ist von Dione. Auf den Voyager-Fotos konnte man schon die Oberfläche erahnen, doch richtig gut erkennen konnte man sie erst auf den Cassini-Bildern. Um eventuelle Veränderungen zu erkennen werden die Voyager-Bilder immer wieder mit aktuellen Bildern verglichen. Diese entstanden aus einer Entfernung von 1.3 Millionen Kilometer und profitieren nun von der neuen (verbesserten) Konfiguration der Cassini Kamerasysteme.

Die Ringe mit dem Mond Janus (Bild: Cassini/NASA)

In den Ringen auf Mondsuche
Immer wieder durchbricht die Raumsonde die Saturn-Ringe, von denen auch wieder einer neu entdeckt wurde. Immer wieder hofft man neue Saturn-Trabanten zu finden. Mindestens zwei neue hat man ja bereits entdeckt, die noch keine offiziellen Namen haben. Aber nicht nur nach neuen Monden wird in den Ringen gesucht, sondern auch nach altbekannten. Damit man diese nicht aus den Augen verliert und immer wieder untersuchen kann. In der letzten Zeit galt Cassinis Aufmerksamkeit sehr dem Mond Janus, der seinen Orbit zwischen den Ringen hat und somit sehr interessant sein dürfte.

Trotz des großen Arbeitsumfanges der Sonde war in den letzten Wochen doch der Mond Enceladus ganz oben auf der Liste. Dies wird sich auch in den kommenden Wochen nicht ändern, da der Mond nun sehr interessant geworden ist, da es sich nicht wie normal um einen üblichen Felsbrocken im Weltall handeln dürfte, obwohl seine Oberfläche sehr danach aussieht. Die Orbits werden immer weiter enger und die Raumsonde verliert immer mehr an Geschwindigkeit, die sie noch von der Orbiteinschwenkung her hat. Der Informationsfluss vom Saturn läuft wie am Schnürchen und das dürfte sich auf absehbare Zeit auch nicht groß ändern.

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