Columbia-Untersuchung macht Fortschritte

Ein Zwischenbericht der NASA zum Columbia-Unglück zeigt bereits die vorläufige Unglücksursache auf. Shuttle-Programm-Manager kündigt Rücktritt an.

Quelle: NASA. Ein Beitrag von Karl Urban.

Alleine fliegender Booster nach dem Auseinanderbrechen des Challenger-Stacks. (Bild: NASA)
Alleine fliegender Booster nach dem Auseinanderbrechen des Challenger-Stacks. (Bild: NASA)

Pioniere des Space Shuttle-Programms machten dem Untersuchungsteam des Columbia-Absturzes klar, dass die Flügel des Orbiters nie dafür konzipiert worden seien, von irgend etwas getroffen zu werden. Sie hätten geglaubt, die NASA werde dieses potenzielle Problem sehr viel ernster nehmen.

Weder das Challenger-Unglück 1986 noch der tragischen Absturz der Columbia im Februar 2003 “benötigt Professoren der Physik, um verstanden zu werden”, sagte Robert Thomson, der das Shuttle-Programm in den 1970er Jahren leitete und bei beim Entwurf des Raumfahrzeugs mitarbeitete.
“In Wirklichkeit braucht man nur High School-Physiker um es zu verstehen.”

Erst vor wenigen Tagen war ein Zwischenbericht der NASA veröffentlich worden, nach dem tatsächlich ein Stück Schaumstoff des Haupttanks der Columbia für das Unglück verantwortlich gewesen sei. Dieses habe beim Start eine Isolierung des Fahrwerks des Orbiters beschädigt. Einen Tag später soll sich diese Beschädigung im All sogar noch ausgeweitet haben. Beim Wiedereintritt sei die ultraheiße Luft durch die Reibung an der Unterseite der Columbia zuerst ins Fahrwerk eingedrungen und habe schließlich die gesamte Raumfähre zerrissen. Der Abschlussbericht zum Unglück wird aber trotzdem frühestens im Sommer 2003 erwartet.

Unterdessen kündigte Ron Dittemore, Manager des Space Shuttle-Programms, am 23. April 2003 seinen Rücktritt an. Dittemore war für mehr als vier Jahre beim Space Shuttle-Programm und wartet nun nur noch auf den Abschluss der Untersuchungen des Columbia-Absturzes und die Wiederaufnahme der Flüge, bevor er von seinem Posten zurücktritt.

“Meine Entscheidung das Space Shuttle-Programm zu verlassen, war sehr schwierig für mich, aber es war eine Entscheidung, mit der ich bereits lange vor dem Columbia-Unglück gerungen habe”, sagte Dittemore.
“Das Timing meines Rücktritts ist so gewählt, wie ich glaube, am glattesten die Umstrukturierung des Managements und so schnell wie möglich die Wiederaufnahme der Shuttleflüge zu unterstützen.”

Scroll to Top