Diamant

Die Diamant-Rakete war der erste Orbitalträger Frankreichs. Sie wurde in verschiedenen Versionen hergestellt.

Autor: Simon Plasger.

Geschichte

Nachdem die UdSSR und die USA erfolgreiche Weltraumflüge unternahmen, beschloss Frankreich 1961, ebenfalls ein eigenes Trägersystem zu entwickeln. Um die Entwicklungszeit zu verkürzen, griff man dabei auf bereits vorhandene, ballistische Raketen zurück. Dies verhalf zum baldigem Erfolg und so hob bereits 1965 die erste Diamant ab.

Die Diamant A beim Start
(Bild: CNES)

Versionen

Die Diamant wurde in insgesamt drei Versionen gebaut, die hier genauer beschrieben werden:

Diamant A

Die Diamant A war die erste Version. Ihre erste Stufe wurde mit einem einzigen Flüssigkeitstriebwerk betrieben, welches einen Schub von 265,6 kN auf Meereshöhe bzw. 274 kN im Vakuum besaß. Das ungewöhnliche an dieser Stufe war ihre Treibstoffkombination. Sie flog mit Salpetersäure und Terpentin. Wenn die Stufe nach 93 Sekunden ausgebrannt war, wurde sie abgesprengt und die zweite Stufe, ein Feststoffmotor, zündete.

Diese Einheit brannte 47 Sekunden lang mit einem Schub von 120 kN und wurde dann ebenfalls abgetrennt. Entwickelt wurde dieser Booster aus einer Lenkwaffe vom Typ „MSBS-1“. Eine letzte Stufe, ebenfalls auf Feststoffbasis, hatte einen Schub von 41,2 kN und eine Brenndauer von ca. 45 Sekunden. Nachdem diese auch abgetrennt wurde, war der Satellit im Orbit. Bei insgesamt 4 Starts leistete sich die Diamant A keinen einzigen Fehlstart.

Die Diamant BP 4 auf der Rampe in Kourou
(Bild: CNES)

Diamant B

Eine weiterentwickelte Version, die Diamant B, hatte weniger Erfolg. Bei ihren fünf Starts gelangen nur drei. Ein Flug erreichte aufgrund eines Raketenfehlers keinen Orbit, ein anderer lässt sich mit dem einzigen Fehler einer nicht abgetrennten Schutzhaube noch als Teilerfolg einordnen.

Die erste Stufe wurde neu entwickelt und setzte nun auf die Treibstoffe UDMH und N2O4. Ihr stärkerer Schub von 349,1 kN (Meereshöhe)/400 kN (Vakuum) erhöhte die Nutzlast für einen niedrigen Orbit von 130 kg bei der Diamant A auf ca. 160 kg. Die Stufen zwei und drei blieben gleich.

Die letzte Version schließlich ersetzte die zweite Stufe, nachdem diese bei der Vorgängerversion zu einem Fehlstart geführt hatte. Als neue mittlere Einheit setzte man einen Teil einer Interkontinentalrakete ein. Die ebenfalls mit einem Feststoffmotor betriebene Stufe hatte einen Schub von 180 kN und eine Brenndauer von 55 Sekunden. Eine weitere neue Einheit war die Nutzlastverkleidung, die von der britischen Black Arrow kopiert wurde. Drei erfolgreiche Flüge beendeten das Diamant-Programm.

Infrastruktur

Während des Diamant-Programms wurden zwei verschiedene Startzentren eingesetzt. Für die Version Diamant A benutzte man eine Startrampe nahe der algerischen Stadt Hammaguir. Nachdem das Land unabhängig wurde, durfte der Platz noch einige Zeit benutzt werden, stellte jedoch keine Dauerlösung dar. Deshalb machte man sich auf die Suche nach einer neuen Startmöglichkeit.

Diese fand man in Kourou in Französisch-Guayana, von wo dann die Versionen Diamant-B und -BP 4 eingesetzt wurden. Auch heute noch heben von diesem Weltraumbahnhof die Ariane-Raketen ab.

Verwandte Artikel:

Nach oben scrollen