Doppelstern mit Wolke

Bereits 1820 beobachtete man eine mehrmonatige teilweise Verdunklung des Sterns Epsilon Aurigae. US-Astronomen können diesen Vorgang nun erklären.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Nature.

NASA / JPL-Caltech
Epsilon Aurigae
(Bild: NASA / JPL-Caltech)

Einem Astronomenteam von 6 wissenschaftlichen Instituten der USA ist es unter Leitung von Brian Kloppenborg von der Universität Denver mittels Überlagerung von Messdaten mehrerer Teleskope im Infrarotbereich gelungen, eine 190 Jahre offene Frage zu beantworten: Warum verdunkelt sich Epsilon Aurigae mit einer Periode von 27,1 Jahren für jeweils etwa 18 Monate?

Über Jahrzehnte haben Wissenschaftler Untersuchungen dazu vorgenommen und Theorien aufgestellt. Schon lange vermutet wurde ein Doppelsternsystem mit einem vor dem Hauptstern vorbeiziehenden Begleiter. Warum aber dauert die Verdunklung so lange? Dafür kam mittlerweile nur noch eine für sichtbares Licht undurchdringliche Staubwolke infrage. Deren direkter Nachweis gelingt nur im Bereich infraroter Strahlung. Einzelteleskope auf der Erde sind dafür aber noch nicht empfindlich genug. Also überlagerte man die Daten von 4 Teleskopen mit einer speziellen Einrichtung, dem Michigan Infrared Combiner des Centers for High Angular Resolution.

Aufgrund der Messungen geht man nun davon aus, dass ein Stern der F-Klasse mit etwa 3,6 Sonnenmassen und einer ausgedehnten Staubwolke mit einer Masse von 7% der Erdmasse einen größeren B-Stern mit 5,9 Sonnenmassen umläuft.

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