Europa hat ehrgeizige Marsziele

Das Zukunftsprogramm ESA nimmt Formen an: Die ersten Missionen gehen zum Mars und sollen noch im kommenden Jahrzehnt auch Marsmaterie zur Erde zurückbefördern.

Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: ESA.

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2011: Eine europäische Sonde startet zum Mars, die das erste Mal in der Geschichte Gesteinsproben des Roten Planeten zur Erde zurückbefördern soll.
(Bild: ESA)

Ein wichtiger Meilenstein ist geschafft: Die ESA konnte die ersten beiden Verträge mit den Gewinnern der Ausschreibung der ersten Aurora Mission schließen. Dies sind in der ersten Phase von Aurora die Roboter-Schlüsselmissionen ExoMars sowie der Earth re-entry Vehicle Demonstrator (EDV).

Alenia Spazio (Italien), Alcatel Space (Frankreich) und EADS Astrium (Deutschland) leiten drei Teams der Industrie, die ein komplettes Missionsdesign von ExoMars entwerfen sollen, der Exobiologie-Mission zum Mars. Zeitgleich leiten zwei Teams aus der Wirtschaft die Entwicklungsphase der EDV-Mission ein.

ExoMars
Die ExoMars-Mission, die 2009 starten soll, ist die erste große “Flaggschiff-Mission” des Aurora-Programms. Sie enthält einen Orbiter sowie ein großes Landefahrzeug mit einer Masse von 200 Kilogramm, das sich mit großer Mobilität auf dem Mars bewegen können soll. Nach der Ankunft des Landefahrzeugs wird der ExoMars-Orbiter als Relais-Satellit zwischen Erde und der Marsoberfläche dienen.
Das wichtigste Ziel des ExoMars-Landefahrzeugs ist die Suche nach Lebenszeichen, von vergangenem oder noch präsentem Leben, auf dem Roten Planeten. Zusätzliche Messungen sollen Gefahren für zukünftige bemannte Missionen aufdecken, die Verteilung von Wasser auf dem Mars erkunden sowie die chemischen Verbindungen der Oberflächenlandschaft erforschen.

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Die ESA-Mission Exomars soll in wenigen Jahren einen Orbiter und einen Rover zum Roten Planeten entsenden.
(Bild: ESA)

Earth re-entry Vehicle Demonstrator (EDV)
Das zweite Aurora-“Flaggschiff“ ist eine Mission zur Rückführung von Marsmaterie zur Erde, die für 2011 geplant ist. Dabei soll Marsgestein von der Oberfläche sowie von unterhalb der Oberfläche zur nachträglichen Analyse auf die Erde zurückgebracht werden.
Um den Erfolg dieser herausfordernden Mission zu sichern, müssen eine Reihe von neuen Technologien entwickelt und getestet werden. So soll der sogenannte Earth re-entry Vehicle Demonstrator als Arrow-class mission des Aurora-Programms überprüfen, ob die entwickelte Technik einer Rückführungskapsel funktioniert.
Der EDV soll etwa 2007 starten. Dabei soll ein Raumschiff in eine stark elliptische Erdumlaufbahn eingeschossen werden, das die Rückkehrkapsel trägt. Um die Rückkehrbedingungen vom Mars zu simulieren wird die Kapsel mit einer Geschwindigkeit von über 45.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eintreten.

Die EDV-Mission wird von zwei Unternehmen geleitet: Dem EADS LV (Frankreich) mit der Beteiligung von OHB System (Deutschland) sowie Plansee (Österreich), die bereits mit vergangenen Projekten Erfahrungen gesammelt haben.

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